Datei lässt sich in LibreOffice nicht öffnen – Reparaturanleitung in 10 Schritten

Gestern hatte ich den Fall, dass sich nach dem Upgrade auf Ubuntu 13.10 eine LibreOffice Textdatei nicht mehr mit LibreOffice oder Abiword öffnen ließ. Ob es wirklich am Upgrade lag, kann ich nicht sagen.
Das Programm erkannte zwar, dass es sich um einen Formatierungsfehler in einer content.xml handelt, wollte diesen aber trotzdem nicht einfach überspringen.

Also habe ich nach einer Lösung gegoogled und präsentiere die euch hier.

  1. Damit ihr keinen Unsinn mit der Originaldatei treibt, kopiert ihr diese und ändert den Typ der Dateiextension auf ZIP.
    D.h., wenn ihr eine Datei beispieltext.odt hättet, benennt ihr diese in beispieltext.zip um.
  2. Dann entpackt ihr diese Datei in ein extra Verzeichnis (der Übersicht halber) und sucht in den entpackten Dateien nach jener, die beim versuchten Öffnen für die Fehlermeldung gesorgt hat.
  3. Öffnet diese in einem Texteditor wie Sublime Text, SciTe oder Leafpad oder oder … Einen Texteditor deshalb, weil ihr nur die rohe Information in dieser Datei abändern und keine Formatierungen vornehmen wollt.
  4. Im Falle der fehlerhaften Formatierungen ist häufig die content.xml verantwortlich. Öffnet diese Datei mit einem Browser (am besten Firefox) und merkt euch, in welcher Zeile ein Fehler beanstandet wird.
  5. Wechselt zum Texteditor mit der auch dort geöffneten Datei, springt zu dieser Zeile und löscht diese oder behebt den Fehler, der oftmals darin besteht, dass die Markup-Information nicht konsistent ist – also z.B. ein Element mit „p“ (Absatz) geöffnet aber mit „h“ (Überschrift) geschlossen wird. Es ist ganz einfach: Der Typ muss vorn und hinten gleich sein.
  6. Speichert die Datei im Texteditor ab und lasst diese aber geöffnet.
  7. Im Browser ladet ihr die Datei neu (F5 zum Refresh) und entweder hat sich das Problem jetzt gelöst oder der Browser springt weiter zum nächsten Fehler. In diesem Fall merkt ihr euch wieder die Zeilennummer und behebt das Problem über den Texteditor.
    Wiederholt diese Schritte, bis der Browser nach dem erneuten Laden des Dokumentes nicht mehr meckert.
  8. Speichert die Datei ein letztes Mal im Texteditor ab, schliesst diese und beendet den Texteditor.
  9. Nun wählt ihr alle Dateien im vormals entpackten Verzeichnis aus und erstellt daraus eine neue ZIP-Datei. Ihr könnt ihr einen bezeichnenden Namen wie rettungsversuch.zip geben.
  10. Ändert wieder die Dateiextension zurück auf den Typ, den das Dokument ursprünglich mal hatte, also in unserem Beispiel von rettungsversuch.zip auf rettungsversuch.odt.
    Versucht jetzt diese Textdatei mit LibreOffice zu öffnen.
  11. Entweder klappt es jetzt und ihr müsst vielleicht nur noch mal über die Formatierung schauen oder es liegt ein weiterer Fehler in einer anderen Datei vor. In diesem Fall wiederholt ihr die ganzen Schritte.

4 Kommentare:

  1. Danke für die Anleitung, aber reichlich umständlich;)

    Besser: Gratis FreeOffice von SoftMaker bei CHIP oder sonstwo runterladen und installieren, dann hat man ein Office-Paket ohne Macken und kann nicht nur seine LibreOffice-Texte weiternutzen, sondern hat auch noch die mit großem Abstand beste kompatibilität zu Word / Excel / PowerPoint. Kann ja nicht schaden, Microsoft-Office-Formate künftig ohne! Formatierungszerschuss öffnen und speichern zu können, wie es bei LibreOffice leider meistens der Fall ist.

    • Danke für das Lob.
      Um eine Libre- oder OpenOffice Alternative ging es aber gar nicht. Sondern nur um den Fall, dass sich eine kaputtformatierte Datei nicht mehr öffnen lässt.

      Aber FreeOffice schaue ich mir interessehalber an.

      UPDATE: Nach diversen Free Office Installationen, die niemals starten wollten, gebe ich dieses Experiment erst einmal auf.

  2. Hallo Lars,

    bei mir ließ sich FreeOffice völlig problemlos installieren und wird seitdem fast täglich intensiv genutzt; da Du aber offenbar Probleme hattest, möchte ich Dich auf das gute Forum von FreeOffice verweisen, wo Dir sicher geholfen wird:

    http://bit.ly/1cfntGh

    Grüße

    Georg

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