Der All-inkl Webbaukasten – was taugt das neue Feauture?

Mein verlässlicher Webhoster des Vertrauens, der in Deutschland residierende Anbieter all-inkl.com, schafft es dann doch, mich hin und wieder zu überraschen.

Seit neuestem steht den Nutzern in der eigenen Bedienoberfläche KAS ein Webbaukasten zur Verfügung. Bevor man diesen Service nutzen kann, muss man ihn in der Membersarea als kostenlose Zusatzleistung aufschalten. All inkl verspricht, dass der Webbaukasten spätestens nach einer Stunde einsatzbereit wäre. Ich habe ihn am Abend beantragt und am Vormittag des folgenden Tages aktiviert vorgefunden, ich kann diese eine Stunde Wartezeit also weder bestätigen noch dementieren. Auch möchte ich vorweg schicken, dass ich mich noch nicht bis ins kleinste Detail mit diesem Webbaukasten beschäftigt habe, wofür ich mal ausgiebig Zeit und Muße benötige (das Tagesgeschäft geht einfach vor).

Die all-inkl Webbaukasten Nutzung erfolgt schrittweise

Wurde der Webbaukasten aktiviert, kann man ihn wie beim Webmailer über eine Symbolschaltfläche erreichen.

  • Jede Webbaukasten Instanz erhält einen Namen
  • Man legt eine Domain fest, für welche die Instanz gültig ist
  • Es wird eine Nutzer/Passwort Kombi festgelegt, wobei die Benutzerkennung vom System generiert wird
  • Im Webbaukasten kann man ein vorgefertigtes Design importieren (empfiehlt sich)
  • Die importierte Vorlage wird bearbeitet und individuell angepasst.

Ich empfehle den Punkt mit der Verwendung vorgefertigter Demo-Seiten im Webbaukasten deshalb, damit man an bestehenden Inhalten nachvollziehen kann, wie dieses Werkzeug funktioniert bzw. anzuwenden ist.

Auswahl an Designvorlagen im all-inkl Webbaukasten

Was bietet der all-inkl Webbaukasten?

Gestaltungselemente des Webbaukastens
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Die zur Verfügung stehenden Widgets / Blöcke / Module / Elemente (nennt es wie ihr wollt) des Webbaukastens sind übersichtlich. Texte, Abstandshalter, Bilder, Downloads, einfache Formulare und anderer Kleinkram kann eingefügt werden. Bei mehrspaltigen Layouts hört es schon auf. Es gibt einen eigenen Dateimanager für Medieninhalte, die man dann auf der Webseite einbindet, ähnlich der WordPress Mediathek.
All-inkl. hat ein praktisches Versionsmanagement der ganzen Webbaukasten-Seite eingeführt. Man kann manuelle als auch automatische Sicherungen erstellen.

All-ink Webbaukasten: Seiteneinstellungen

Die Seiten-weiten Einstellungen des Webbaukastens sind recht übersichtlich geraten. Immerhin wird eine 2-Faktor-Authentifizierung angeboten.

Für welche Webseiten und Anwender ist der all-inkl Webbaukasten konzipiert?

Die erste Frage lautet: wer benutzt überhaupt Webbaukästen?
Meistens sind es Nutzer, die auf die Schnelle ein Ergebnis erzielen wollen oder sich nicht groß mit Technik auseinandersetzen möchten. Die Stichworte sind hier schnell, einfach und günstig. Und genau für diese Art von Webseiten ist dieser Webbaukasten auch gedacht. Für eine erste Kontaktaufnahme mit der Firma, der Person, dem Verein etc. inklusive der Vorstellung des Anliegen ist eine mit diesem Tool erstellte Webseite auch ausreichend. Im Prinzip kann man damit Webvisitenkarten erstellen.

Die anvisierte Nutzerschaft den monetären Faktor über das technische Ergebnis und bringt auch nicht das benötigte technische Wissen oder praktische Fähigkeiten mit. Spätestens wenn die Möglichkeiten einer Webbaukasten-Webseite ausgeschöpft sind, ist der Wechsel auf ein „richtiges“ Web-CMS unausweichlich.
Für erfahrenere Webmenschen wie mich ist der Webbaukasten nicht konzipiert – ich denke, das können wir hier einfach mal festhalten.

Ich bin aber wie gesagt auch etwas überrascht. Entweder ist dieser Webbaukasten ein häufig nachgefragtes Feature gewesen oder all-inkl wurde verstärkt mit WordPress bezogenen Problemen bombardiert und wollte die 0815 Nutzer an dieses Tool delegieren. Anders kann ich mir die Entwicklung bzw. Bereitstellung eines solchen Features nicht erklären, denn das gehört nicht zu den Kernkompetenzen des mittelständischen Unternehmens aus Sachsen. Diese Ressourcen wären meiner Meinung nach in der Umsetzung anderer Angebote (wie zum Beispiel einer PHP 8.0 Implementierung) besser verwendet worden.

Erstes Fazit über den all-inkl Webbaukasten

Ich empfinde den all-inklusive Webbaukasten als sehr rudimentär und irgendwie auch nicht passend. Im Vergleich zu etablierten Anbietern wie wix.com oder auch Jimdo ist das aus technischer Sicht jetzt nicht so der große Wurf. Wenn ich jetzt noch die 1-Click WordPress Installationsroutine bei all-inkl heranziehe, dazu den 1-Click Import einer Premium Theme Demo ( Divi, Avada, Astra was auch immer) – da bin ich mit einer eigenen WordPress-Webseite und nur unwesentlich mehr Aufwand zu einem überzeugenderen Ergebnis gelandet. Das lässt viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu und ist in gewissem Maße auch skalierbar.
Was der Generator an HTML Code ausspuckt, müsste man sich (wie vieles) genauer ansehen und auch, ob solche Webseiten gut ranken.

Mit Sicherheit wird all-inkl weiter an diesem Webbaukasten Feature arbeiten, aber zu bereits bestehenden Lösungen ist schon jetzt ein großer Nachholbedarf auszumachen. Ich bin gespannt, wieviele Anwender auf diesen Zug aufspringen und diese Klick-Klick Webseiten ins Netz bringen. Für mich persönlich und meine Arbeit ist dieser Webbaukasten nicht gedacht, die Ansprüche sind ganz andere – aber da ich einen nicht unerheblichen Teil von all-inkl.com Kunden habe, werde ich mich damit beschäftigen.

6 Comments

  1. Servus,

    danke für den Beitrag, über diesen bin ich auf All-Inkl gestoßen und werde den Hoster mal weiter testen. Den Webbaukasten habe ich mir direkt einmal angesehen.

    Mit den meisten deiner Aussagen gehe ich mit, allerdings ist das mehrspaltige Arbeiten möglich, ich finde, hier musst du noch mal ran.

    Grüße

    Pepe
    1. Hallo Pepe,

      schön, dass Dir der Artikel gefällt und Du darüber zum All-inkl Webhoster gefunden hast.
      Der Webbaukasten ist ja brandneu und ich denke mir, dass da schon wieder ein, zwei Sachen hinzugefügt oder geändert wurden, seit ich den Artikel veröffentlicht habe. Das wird in ein paar Wochen/Monaten noch ganz anders aussehen und dann wird es sinnvoll sein, den Artikel zu updaten.

      Lars Mielke
  2. Hallo Lars, ich habe mich einfach mal über den Webbaukasten erkundigt und bin auf ihre Seite gestoßen. Grundsätzlich ist ihre Vorstellung des Baukastens sicher zuzustimmen.
    Ich bin über mein CMS-Baukasten-System von SIQUANDO zu diesem Hoster gewechselt. Der Seitenaufbau ist sehr gut und ein Nutzen dieses externen Elementes im Webspace von all-inl.com ist hervorragend.
    Aber zurück zum Webbaukasten von all-inkl.
    Ich sehe das mal aus Sicht eines Privatanwenders für sich und/oder Organisationen&Vereine.

    Alles (!) Notwendige ist vorhanden, das Prinzip anderer Onlinebaukästen unterscheidet sich kaum. Nur der Blick „unter die Haube“, wie in ihrer Betrachtung, bringt Feinheiten und Unterschiede zu Tage. Ziehe ich allerdings Kosten für Hosting&Domain inkl. Webbaukasten (evtl. sogar mehrere Domains) hinzu, können sich Plans von den anderen dahinter verstecken (von kostenlosen Möglichkeiten mal abgesehen).
    Ich finde, dass auch unter Einbeziehung der Kostenfrage ein solcher Baukasten berücksichtigt werden muss. Auch hier egeben sich dann doch ganz andere Qualitätsmerkmale im Preis-/Leistungsgefälle.
    Und ein Vergleich zu „Wix“ und „Jimdo“ ist sicher berechtigt, auch bezüglich der Unterschiede. Aber wie geschrieben- die Preise für eine Domain im Premium-Bereich (Werbefrei, Speicherplatz pp.)…….
    Ein italienischer Hersteller eines „Offline-Baukasten-Systems“ bietet für einmalige 69,- wenig mehr Möglichkeiten als der all-inkl. Baukasten.
    (Offline-Baukasten: Am PC mit der Software seine Webseite erstellen, und wenn das Ergebnis steht mit integriertem FTP uploaden)
    Wordpress habe ich selbst mal gehabt und bin wieder weg davon!
    Es wird mit kostenlos, viele Plugin’s, Templates pp. argumentiert. Bringt man sein WordPress und damit seine Webseite nicht in die aktuelle Version, ist die Seite großer Hackergefahr ausgetzt. WP ist unter diesen Spezies genauso im Fokus, wie z.B. alte Microsoft Betriebssysteme. Alt und ungewartet sind sie eben anfällig und im Fokus schlechter Menschen. So ist es mir mal aufgefallen (Im Rahmen meiner behördlichen IT-Sicherheit-Tätigkeit), dass eine Webseite eines Restaurants gehackt wurde. Diese Seite war mit WP erstellt, seit 5 Aktualisierungen nicht mehr geupgraded worden und „jemand“ hat auf der Speisekartenseite einen Schadcode eingebaut, den der Aufrufer der Seite nicht gerade erfreut hat.
    Aktualisiert man die Versionen – so wie es sein sollte – kann es allerdings schnell passieren, dass ein Template und Plugin plötzlich nicht mehr funzt, weil nicht mehr kompatibel mit der aktuellen WP-Version. Niemand weiß vorher, wie gut der Anbieter von Plugins und Templates ist (oder seine Templataktivitäten einstellt), um immer alles schön auf dem Laufenden mit der aktuellen WP-Version zu halten. Das betrifft kostenlose wie kostenpflichtige Elemente bei WP. Wem das passiert (gerade bei kostenlosen Templates) nimmt kein Versionsupgrade vor…Kreislauf vorprogrammiert.
    Das sieht bei „Baukästen von der Stange“ erheblich besser aus. Wie selbst geschrieben wurden bereist einige Elemente hinzugefügt. Der Hoster wird also auch kein Interesse haben (egal welcher Hoster es ist), dass mit seinem Baukasten erstellte Webseiten anfällig für „Schlimmfinger“ sind.
    Wer also konkret als privater Anwender eine schnell funktionierende Webseite „bauen“ möchte, ist mit Onlinebaukästen sicher nicht schlecht beraten. Wenn zudem die Kostenfrage für Domain&Webspace hinzukommt, dann ist m-E. all.inkl. mit seinem Webbaukasten ein sehr guter Faktor für eine engere Auswahl. Besonders dann, wenn es gilt, mehrere Seiten zu betreiben (wie ich mit 3 unterschiedlichen Hobbyseiten). Dann entfällt auch die administrative Pflicht im Backend wie bei WP und man kann sich voll den Inhalten widmen.
    Wie eingangs beschrieben, habe ich mich konkret über die Möglichkeiten des Baukastens von all-inkl. erkundigt, weil er Bestandteil meines Hostingpaketes ist. Da meine bisher genutzte Software alle 1-2 Jahre eine Aktualisierung erfährt, die mich im Upgrade dann eine Stange Geld kostet, bin ich eben auf der Suche/Umschau gewesen und werde mich früher oder später konkret mit einem Wechsel zu einem anderen System beschäftigen.
    WP wird es garantiert nicht sein! Im Fokus liegen dann eben der angebotene Baukasten des Hosters oder eine „offline-Variante“.
    Beste Grüße und Dank für den Artikel!

    Tom
    1. Hallo Thomas, hab Dank für Deine Anmerkungen. Sehr umfangreich. So eine Mühe macht sich heute selten jemand. Es freut mich, dass Du eventuell auch dank des Artikels zum Webbaukasten von all-inkl.com kommst. Das ist für den Hobbybereich sicherlich nicht verkehrt, aber ich denke, das habe ich auch in meinem Artikel durchklingen lassen.
      Im schönen Eschwege war ich vor 3 Jahren mal, des Flohmarktes wegen. Außerdem hatte meine alte Universität dort ein Standquartier.

      Lars Mielke
  3. Hallo Lars,

    „….aber ich denke, das habe ich auch in meinem Artikel durchklingen lassen.“

    Eindeutig ja. Wollte es nur um die Vergleiche ergänzen, weil es auch dort elementare Nachteile gibt. Diese werden allerdings zu 95% bei Empfehlungen für WP-Seiten nicht erwähnt. Und kauft sich jemand für runde unter 100,- Euro ein Theme (evtl. noch mit Bau-Element wie Bakery oder Elementor), dann sind Support UND Updatefunktion für die laufen WP-Updates gerade zwischen 6 und 12 Monaten. Und dann ist auch nichts mehr mit kostenlos. WP kann mit seinen Pro-Features (auch guten Datenschutzgrundverordnung-Plugin’s) gerne mal eine verschwiegene Kostenfalle werden.

    Ja, Eschwege…leider viel (wenn nicht alles) an Charme verloren. Die Fachwerkhäuser in der Innenstadt unbewohnt, weil Eigentümer Modernisierungen unter Denkmalschutzmaßnahmen scheuen oder sich schlicht nicht leisten können.
    Natürlich kenne ich die Stadt noch, wo sich jeder (nicht nur zum Wochenmarkt) getroffen hat. Es in der Engen Gasse nach frisch gemahlenem Kaffee roch, an jeder Ecke der Schlachter mit eigener Rezeptur von Mett (Gehacktem – wie man dort sagt). Das auf frischen Brötchen vom Bäcker (keine Industriewahre) außer Haus verkauft. Da war noch Leben…..

    Tom
  4. Danke für deinen Testbericht, ich habe das Feature auch gerade erst entdeckt und wollte wissen was dahinter steckt.

    Ich denke das es in den letzten Monaten vermehrt Nachfragen gab zu wirklich einfachen kleinen Webseiten, wo der kleine Einzelunternehmer oder wer auch immer sich mal da rangetraut hat. So war dann in Zeiten sich ständig verändernder Coronageschehen und Auswirkungen, Bestimmungen etc, schnell zumindest mal die Öffnungszeit, zulässige Personenanzahl, Bestellmöglichkeit oder was auch immer veröffentlicht.

    Chris

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