Browsererweiterungen als mögliche Ursachen bei Problemen mit dem WordPress Editor

Wenn der (klassische) WordPress Editor Probleme bei der Verwendung bereitet (z.B. selbständig den Titel ändert, den Permalink verdoppelt oder abändert, eine weiße Seite im Bearbeitungsfeld zeigt, keine getippten Zeichen annimmt etc.), muss nicht immer ein anderes Plugin die Ursache sein. Der Fehler muss nicht einmal in der WordPress Installation selbst liegen.

Problemschilderung eines Beispiels

Ich hatte erst kürzlich den Fall bei einem Kunden, dass er Probleme mit dem WordPress Editor schilderte, die mich stutzig werden ließen, weil ich die Installation in- und auswendig kenne und mir von einer Plugin-bedingten Unverträglichkeit nichts aufgefallen war.
Meine Verwunderung nahm zu, als ich den Fehler nicht nur über meinen Benutzeraccount sondern auch über den des Kunden nicht reproduzieren konnte. Auch unter einem nagelneu angelegten WordPress Benutzer stellten sich beim Kunden dieselben Phänomene ein. Die Ursachen lagen also eher nicht bei WordPress.

Wir checkten den verwendeten Browser (Firefox unter Windows, alles uptodate), löschten den kompletten Cache, prüften Sicherheitssoftware auf dem Rechner usw. Keine Änderung des Fehlverhaltens.

Firefox-Erweiterung als Fehlerquelle

Bis ich dem Kunden riet, unter einem alternativen Browser zu testen. Und siehe da: das Phänomen war verschwunden. Es lag also irgendwie doch am Firefox Browser. Nur, was hatten wir noch nicht geprüft? Genau: die Add-Ons bzw. Erweiterungen.
Also einmal alle deaktiviert und die WordPress Seite wieder unter dem Firefox aufgerufen. Der Fehler war jetzt verschwunden – der Editor ließ sich wie gewohnt bedienen.

Ich habe es jetzt dem Kunden überlassen, herauszufinden welches Add-On dazwischengrätscht. Die Methode ist ja simpel: einfach ein Add-On nach dem anderen aktivieren und dazwischen immer den WordPress Editor austesten. Bei irgendeinem Schlingel wird es schon anschlagen.
Mit großem Erstaunen vernahm ich, dass die sehr beliebte Last Pass Erweiterung den Trouble verursacht haben soll. Last Pass ist ein Passwortmanager, über den man automatisiert seine Zugangsdaten für die ganzen Login-Masken im Netz eintragen lassen kann.
Nachdem der Kunde seinen Eintrag für die betreffende WordPress Anmeldeseite neu gesetzt hatte, war alles wieder in Ordnung.

Was ich damit aber sagen will ist, ein Fehler in der Arbeit mit WordPress muss nicht zwangsweise aus WordPress resultieren. Manchmal ist das komplett unschuldig.

Handhabung einer gezielten Fehlersuche

Prüft also auch, ob sich der Fehler mit einem anderen Browser und/oder von einem anderen Rechner reproduzieren lässt. Oftmals lassen sich Anzeigeprobleme bei der WordPress-Webseite durch eine Löschung des kompletten Browser-Caches beheben. Seid ihr an einem Rechner bei eurem Arbeitgeber (gut, da solltet ihr ohnehin keine privaten Sachen erledigen), dann kann es sein, dass z.B. eine Sicherheitssoftware dazwischenhaut oder der Zugriff nur auf bestimmte Domains oder IP-Bereiche erlaubt ist. Oder der Browser so konfiguriert ist, dass er nur bestimmte Techniken oder Skripte erlaubt/verbietet.
Trennt auch mal euren Router daheim mindestens 30 Sekunden vom Netz.

Fehlersuche in der WordPress Installation

In WordPress selbst würde ich den Fehler immer erst suchen, wenn auch jemand anders, aus einem anderen Netz mit einem anderen Rechner/Browser denselben Fehler bestätigen kann. Dann ist die Fehlerquelle auf den Server (Updates geänderte Einstellungen, PHP Versionen etc.), WordPress selbst (Updates, Einbruch etc.), seine Plugins und Themes (Updates, neues Plugin/Theme) einzugrenzen.
Es ist immer so, dass man zu rekonstruieren versucht, was sich seit dem letztmaligen Funktionieren und der jetzigen Situation geändert hat.

Der größte Fehler sitzt immer noch vor dem Bildschirm!
Es ist so, ich nehme mich da nicht aus.

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