Warum ihr Stillstand auf eurer Webseite vermeiden solltet

Warum schadet Stillstand auf euren Webseiten und wie kann man ihm entrinnen?

Ich versuche das etwas näher zu beleuchten und schildere euch dazu mal ein Beispiel.

Ich habe da einen Kunden, der eine für seinen Geschäftsbereich relativ große Webseite und mehrere kleinere „Satellitenseiten“ betreibt. Auf den kleinen Seiten tut sich rein gar nichts, auf der großen Seite sehr, sehr wenig. Man kann es so beschreiben: Zum Beginn jeden Quartals gibt es einen neuen Beitrag, der aber nur in jeweils anderen Worten die Vorzüge des Unternehmens preist.
Auf meinen Hinweis, dass Google und auch die Kunden/Besucher frische, aktuelle Inhalte mögen – kommt immer der etwas ungläubige Verweis auf die vielen Unterseiten und Texte, die wir ja mal für die Webseite erstellt haben. Das müsse doch reichen, denn die Konkurrenz hat bei weitem nicht so viel.
Ja, aber auch mit 10000 einmal erstellten Unterseiten kann man Google irgendwann nicht mehr beeindrucken, wenn die sich seit Jahren nicht ändern oder generell nichts Neues hinzukommt.
Irgendwann wird aus Stillstand ein Zurückbleiben. Auch das Bremsen kann man sich als negative Beschleunigung schön reden.
Weil die Konkurrenz nie schläft und ständig Lebenszeichen an Google und Co. sendet, überholt euch der Konkurrent früher oder später unweigerlich.
Ja, sogar mit weniger Inhalt.

Ihr seid in eurem Geschäftsmodell von Google und Co. abhängig?
Eine gute Sichtbarkeit und ebenso gute Bewertungen führen euch Kunden zu? Dann seid ihr Akteure in diesem Spiel und den Spielregeln auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Das heißt, ihr müsst regelmäßig Inhalte liefern, die die Besucher und Google gleichermaßen fesseln. Tut ihr das nicht, fallt ihr zurück. Abrutschen bedeutet weniger Interessenten – sprich Kunden – und das bedeutet meistens weniger Umsatz, ergo weniger Gewinn. Fragt mal bei den Webshop-Betreibern nach.

Allerdings bin ich auch kein Freund von absoluter Google-Hörigkeit und dem Irrglauben, dass Jeder täglich 2 Beiträge verbloggen muss, nur um bei Google ganz oben zu bleiben. Mein Sanitär- und Heizungsfachmann zum Beispiel hat überhaupt keine Webseite, Facebookpage, Google MyBusiness Page etc. und kann sich dennoch vor Arbeit kaum retten. Handwerk hat halt goldenen Boden. Nein, Scherz beiseite – wenn man ausreichend Stammkunden hat, kann euch das alles schnurz sein, aber bis man zu diesem Punkt gelangt ist …
Bin ich zum Beispiel noch kein Kunde bei Firma xyz – spiele aber mit dem Gedanken – was ist dann ausschlaggebend für mich? Na doch als erstes, was die Firma (regelmäßig) von sich preisgibt bzw. was schnell und problemlos über sie im „Netz“ zu finden ist. Ein Tischler soll mir hierbei nicht erklären, wie man ein Brett glatthobelt und der Sanitärfritze nicht anschaulich demonstrieren, wie er ein verstopftes Abflussrohr reinigt. Es reicht, wenn er das weiß. Entweder bringt ihr Inhalte, die den Besucher wirklich interessieren und einen Mehrwert darstellen oder ihr dokumentiert den Werdegang und das Profil der Firma. Zeigt Referenzen oder Projekte. Sagt, was dort die Aufgabe war, wie ihr das gelöst habt und zeigt vor allem, wie das Ergebnis jetzt aussieht. Wenn ihr so gar nichts von euch preisgebt, was für einen Eindruck soll ich von eurem Können erhalten? Mir bringt es auch nichts, wenn ihr zum Start der Webseite alles raufgepackt und dann die Lust daran verliert. Wenn ich im Frühjahr 2018 in eurem Newsbereich Nachrichten von 2014 lese, frage ich mich halt schon, ob es euer Geschäft überhaupt noch gibt oder ob ihr nur noch Stammkundschaft bedient und es daher nicht nötig habt, über eure Fortschritte zu berichten und neue Kunden zu gewinnen.

Wie gesagt, es muss nicht jeden Tag ein Artikel aus dem DIY Bereich sein und auch kein belangloser Schnappschuss bei Facebook, Instagram und Co, nur um überhaupt etwas zu schreiben. Das Stichwort – ich habe es schon genannt – ist hier Regelmäßigkeit. Und mir kann keiner sagen, dass es nicht regelmäßig etwas zu berichten gäbe. Es gibt (hoffentlich) immer neue Aufträge, neue Kunden, neue Herausforderungen, neue Techniken, ja – auch neue Enttäuschungen. Alles entwickelt sich (zumindest sollte es das) und diese Entwicklungen könnt ihr mitteilen. Und hier kommt der zweite Fallstrick, auf den ihr achten müsst. Bitte keine Posts wie: „Ich habe heute 5 OSB Platten angedübelt …“, so ein Quatsch geht im Informationsrauschen unter und ist nur aus einer falsch verstandenen Google-Content-is-King-Ich-bin-sowas-vong-1-Publisher Attitüde geboren. Versetzt euch in eure Kunden und ergründet, was diese an euren Dienstleistungen, an eurer Expertise interessieren könnte. Fragt euch immer, wo die Relevanz für eure Kunden ist!
Wenn ihr zum Beispiel im Innenausbau tätig seid und jetzt auch Einblasdämmungen mit Recyclingpapier oder ökologisch unbedenklicher Schafwolle anbietet – berichtet darüber und erwähnt noch gleich die Bauprojekte, wo das in letzter Zeit zum Einsatz kam. Macht Bilder davon, Videos meinetwegen … und verlinkt zu weiteren Informationen. Ihr schickt eure Mitarbeiter auf Fachmessen oder Schulungen? Da lässt sich ein Fünfzeiler drüber schreiben, dazu ein paar Handyphotos und fertig ist ein Beitrag in eigener Sache. An wen richtet sich diese Messe, was wurde in der Schulung vermittelt, warum war ich als Firma dort vertreten – das könnte für mich als potentieller Kunde wichtig sein. Vielleicht habt ihr eure Dienstleistungen genau in der Richtung erweitert, die mir weiterhilft oder ihr habt ein Produkt ins Portfolio genommen, was mein bisheriger Anbieter nicht auf Lager hat.

Fasst euch kurz. Google mag am liebsten Artikel mit 5 Millionen Wörtern und 1 Trilliarde Likes? Kann ja sein. Was ist mit euren Lesern? Was wollen die wissen? Wieviel Details benötigen die wirklich? Versetzt euch in den Leser! Geht die Frage vom Problem her an. Welche Gründe gäbe es, nach einem Sanitärfachbetrieb zu suchen? Stellt euch selbst diese Fragen und beantwortet diese in Form eines Mini-Beitrages auf der Webseite.
Ich als zukünftiger Kunde möchte halt sehen, dass ihr Neuerungen offen (und vielleicht auch kritisch) gegenübersteht, die Anforderungen eurer Kunden kennt und nicht im Stillstand verharrt. Durch die Möglichkeiten des Internet bin ich nicht mehr auf den Handwerker um die Ecke angewiesen. Wenn der sagt, das habe ich nicht oder der Preis ist absurd hoch – dann suche ich mir Alternativen. Das geht heute alles. Aber, die Informationen müssen vorliegen und gut aufbereitet und aktuell sein. Die Kunden haben heute (wie paradox das auch klingt) viel weniger Zeit und vor allem Muße als noch vor Jahren. Je höher das Einsparpotential, desto mehr Zeit wird für das Suchen und Vergleichen investiert. Bewegen wir uns in einem relativ niedrigen Niveau, bleiben euch allgemeinhin nur ein paar Sekunden zum Überzeugen. Vergeudet diese Minimalchancen nicht, indem ihr eure Webseiten mit belanglosen Informationsschnipseln zukleistert, weil euch die Marketingagentur zum Beispiel dazu geraten hat, täglich Facebook Posts von Lisa, der kleine Dackelhund zu teilen. (Dieser Fall ist mir tatsächlich so untergekommen; ich nenne aber keine Namen) Sofern ihr keine Dackelzüchter oder Hundeschulenbetreiber seid, Finger weg von solchem Blödsinn und solchen Agenturen.

Wie ihr seht, kann man sich in diesem Thema wunderbar verlieren und mit Leichtigkeit Vieles falsch machen. Wenn man allerdings darauf achtet, regelmäßig relevante und nachhaltige Inhalte über die eigene Arbeit zu erstellen und zu veröffentlichen – wird die Sache schon schwieriger. Aber nicht unmöglich. Ich habe euch aufgezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, auch im augenscheinlich langweiligen Alltagsgeschäft Berichtenswertes zu finden und aufzubereiten. Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und nicht den Verlockungen der modernen Technik zu erliegen und alles zu posten, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.

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