Die Top Cache Plugins für WordPress

Ich hätte jetzt auch die „x besten WordPress Plugins fürs Caching und wie ihr damit euren Blog auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt“ schreiben können, aber das wäre mir ein bisschen zu aufgeblasen.

Wer seinem WordPress Blog Beine machen will, kommt um das Thema Caching nicht herum.

Viele auf WordPress basierende Webseiten sind mittlerweile dermaßen komplex und aufgebläht, dass der Google Page Speed Faktor unbarmherzig zuschlägt.
Wer keinen Nginx Webserver mit SSD und Varnish und pipapo einsetzen kann, sondern mit shared Webhosting auskommen muss (so wie die Mehrzahl der Seitenbetreiber) – dem bleibt nur die Plugin-Lösung.
Aber auch hier gibt es mittlerweile eine Riesenauswahl für den kleinen oder auch etwas größeren Geldbeutel.
Eine allumfassende Liste wäre schwierig, da Plugins kommen und gehen; aber es haben sich mittlerweile einige Klassiker und zuverlässige Produkte herausgebildet, die ich hier mal vorstelle.

Caching Plugins für WordPress

Ich habe dafür mal die Cache Plugins herausgesucht, die am häufigsten eingesetzt werden. Die Reihenfolge ist dabei eher willkürlich.

Cachify

Ein paar Optionsfelder, mehr braucht man für Cachify nicht

Cachify

Kleines aber feines Plugin aus dem Hause Sergej Müller.
Die Bedienoberfläche ist, wie vom Erfinder des wpSEO Plugins gewohnt, übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen.
Einstellungsorgien wie bei W3 Total Cache gibt es hier nicht. Einfach das gewünschte Feature aktivieren und laufen lassen.
Es gibt auch eine sehr detailierte Doku, wie man Cachify auch für Nginx Webserver anpasst, die interne API nützt oder wie der Quellcode für die .htaccess aussehen muss.
Der Cache kann in den folgenden Orten abgelegt werden:

  • Festplatte (steht immer zur Verfügung)
  • Datenbank (steht immer zur Verfügung)
  • APC (je nach Serverausstattung)
  • Memcashed (je nach Serverausstattung)

Die Minimierung der Dateien ist in jeweils einer der Einstellungen möglich:

  • keine
  • HTML
  • HTML + InlineJavaScript

Dazu gibt es eine automatische Cacheentleerung, Ausnahmeregelungen für Posts/Pages und Browser-Agents sowie einige Filter für Entwickler.

Insgesamt eine sehr schön friedlich vor sich hin arbeitende Lösung, die zudem auch für die Multisite geeignet ist.

 


 

Quick Cache

Quick Cache für WordPress

Quick Cache für WordPress

Eine WordPress Erweiterung, die ihm Schatten der Großen ein etwas kümmerliches Dasein fristet. Zu Unrecht, denn es ist einfach zu bedienen (9 Einstellungsoptionen auf einer Seite mit viel Erklärungstext) und wird meistens durch eine Ja/Nein Angabe gesteuert. Das lässt zwar keine eigenen Werte zu, dürfte in dieser Einfachheit den meisten Nutzern entgegenkommen.
Wer weitere 9 Features braucht oder den Support beanspruchen möchte, legt noch einmal 15 $ für die Pro Version hin. Dafür kann man es auf beliebig vielen Installationen einsetzen.
Bei der Dokumentation muss man sich an das halten, was die Entwickler als Textergänzung zu den Einstellungsbereichen schreiben. Das ist aber meistens verständlich genug.

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WP Fastest Cache

WP Fastest Cache

WP Fastest Cache

Fastest Cache von Emre Vona ist ein Beispiel, dass Qualitätsprodukte auch einfach gehen. In der Free Version gibt es ganze 11 Optionen zum Anticken, wovon eine auch noch die Sprache ist. Dafür decken diese Optionen alles ab, was man für solides Caching benötigt (statische Dateien, Minimierung, CSS-/JS Zusammenfassung, Browsercache, GZIP Kompression). Dazu kommen Schaltflächen zum Leeren des Cache und ein zeitgesteuerter Automatismus.
Neben der einfachen Bedienung ist die „Verträglichkeit“ zu anderen Plugins und die problemlose Funktionsweise ein großes Plus bei WPFC. Allerdings funktioniert es nicht in Multisites.
In der Pro Version für 19,99 $ gibt es dann auch eine Bildoptimierung, verbesserte Methoden der Minimierung und einen mobilen Cache.

 


 

Super Cache

Die Bedienoberfläche von WP Super Cache

WP Super Cache

Wenn man die Cache Tools für WordPress auf 2 Produkte reduzieren müsste, wäre WP Super Cache eins davon.
Hinter dem langjährigen Entwickler Holy Shmoly verbirgt sich WordPress-Urgestein Donncha Ó Caoimh (Multisite Domain Mapping, Polldaddy Polls & Ratings, Expolit Scanner – klingelt’s jetzt?).
Mittlerweile ist dieser Klassiker von Automattic, der Firma hinter WordPress, aufgekauft worden. Zwar ist Automattic dafür bekannt, Plugins nach Lust und Laune auszusortieren, aber ich hier hoffe ich auf eine nachhaltige Erweiterung.
Die Administrationsoberfläche von Super Cache ist zwar auf 7 Bereiche verteilt, effektiv wird man aber nur mit 2 Bereichen arbeiten.
WPSC arbeitet mit statischen Dateien, für die es 3 Modi bietet:

  1. mod_rewrite
  2. PHP Caching
  3. Legacy Caching

Anfänger sollten die PHP Methode wählen, während mod_rewrite die besten Resultate liefert. Dazu gibt es eine Funktion zum Erzeugen vorgecacheder Dateien (pre-cache), eine CDN Integration und weitere Einstellungsmöglichkeiten. Unnötig zu erwähnen, dass es als netzwerkfähiges Multisite Plugin läuft. Weil Ó Caoimh an die vielen Theme- und Plugin-Entwickler da draussen gedacht hat, kommt Super Cache mit eigenen Hooks daher, an die man sich einhängen kann, wenn man z.B. sein selbst entwickeltes Plugin auf WPSC abstimmen möchte.
WP Super Cache könnte besser dokumentiert sein. Im Vergleich zu W3 Total Cache ist es für Anfänger etwas besser geeignet, aber auch schafft man es durch unbedachte Einstellungen die gesamte Site zu schrotten. Es hält sich auch hartnäckig das Gerücht, die Performancesteigerung wäre gar nicht so groß. Auf jeden Fall empfiehlt sich der zusätzliche Einsatz eines reinen Minification und Combination Plugins wie Autoptimize oder Better WP Minify.

 


 

W3 Total Cache

Ich kenne kein Cache Plugin, bei dem sich so sehr die Geister scheiden wie bei W3TC.
Nach den Downloadzahlen und Bewertungen im offiziellen WordPress Plugin Repository dürfte es das am häfigsten eingesetzte Plugin aus diesem Bereich sein.
Es ist neben WP Super Cache das unangefochtene Schlachtschiff der hier vorgestellten Erweiterungen. Es gibt nichts, was man hier nicht einstellen kann:

  • Page Caching
  • Object Caching
  • Database Caching
  • Browser Caching
  • Content Delivery Network
  • mobile Support
  • Minification
  • Combine
  • Compression
  • Load Location (Inline JS, defer-blocking …) etc.
[adsensecode300x250] W3TC ist so häufig im Einsatz, dass sich das auch in anderen Plugins widerspiegelt. Diese berücksichtigen den Einsatz von Total Cache durch eigene Hooks oder Add-ons.
Diese Vielzahl von Optionen ist für den Laien (aber auch so manch ambitionierten Webschrauber) einfach nur verwirrend und abschreckend. Hier kommt es darauf an zu testen. Testen, Testen, nochmals Testen. Jedes Setting kann ein andere Performance-Resultat hervorrufen. Die Einstellungen, die bei Webhosting A und Website B optimal funktionieren, müssen es an anderer Stelle nicht tun.
Problematisch wird die Sache, wenn man einen white screen erzeugt, also die Website zerschossen ist. Mittlerweile ist die Abzahl der Artikel im Netz über die saubere Entfernung von W3TC gefühlt genauso hoch wie die Artikel zur Installation und Einrichtung.

 


 

WP Rocket

WP Rocket in den Basiseinstellungen

WP Rocket

There is a (relatively) new kid in town. WP Rocket kommt auch gleich als Premium Version daher.
39 $ muss man pro Domain für eine Jahreslizenz auf den Tisch legen. Damit ist es knapp doppelt so teuer wie WP Fastest Cache in der Pro Version. Hält es auch, was es verspricht? Persönlich kann ich dazu kein Urteil abgeben, aber einige Kollegen berichten nicht nur über die ausgesprochen einfache Bedienung sondern auch über tatsächliche Performancevorteile gegenüber anderen Cache Plugins. Einige wenige Stimmen meinen, es hätte umgehend ihre Seiten zuerschossen.
Von den Features her kann es mit den anderen hier vorgestellten Tools mithalten. Dazu kommt eine Integration eines Lazyload Moduls. Support und Dokumentation beschränken sich auf die zahlende Kundschaft.
Michael Oeser von Themeshift war so nett, mir einige Screenshots zur Verfügung zu stellen.
Bis ich keine eigene Lizenz mein eigen nenne, halte ich mich hier mit Wertungen zurück. Aufgrund seines ungeheuren Popularitätsschubes in der letzten Zeit muss ich es aber hier aufführen.

 


 

Hypercache (Extended)

Das Plugin Hypercache stammt im Original von Stefano Lissa, dessen Newsletter Plugin bei vielen WordPressern im Einsatz ist. Hypercache bietet alles, was die anderen Caching Plugins auch bieten. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Vielzahl der Bypass Varianten, über die genau gesteuert werden kann, welche Seite/Beitrag vom Caching ausgenommen wird. Dazu gibt es die Möglichkeit für mobile Geräte einen extra Cache anzulegen, falls die Website mobil mit einem anderen Theme ausgeliefert wird.

Auf der Basis von Hypercache hat der Entwickler mlazarov (bringt auch das Google Authorship Plugin heraus) eine Eigenentwicklung mit dem Namen Hypercache Extended an den Start gebracht. Wo die Unterschiede genau liegen, kann ich wegen mangelnder Erfahrung mit diesen beiden Plugins nicht beurteilen, aber vollständig kompatibel sollen sie wohl nicht mehr sein.

 


 

Jetzt folgen 2 Plugins, die aufgrund ihres Funktionsumfanges nicht mit den Schlachtschiffe der Branche mithalten können und daher nachgeordnet aufgeführt werden. Sie kümmern sich fast ausschließlich um die Bereiche Minimierung, Zusammenfassung und Header-/Footer-Loading von CSS- und JavaScript Dateien.

Autoptimize

Das ist ein klassisches Add-on Plugin, im Fussball würde man von einem „Ergänzungsspieler“ sprechen. Das ist in dem Fall nicht abwertend gemeint, denn diese Erweiterung erledigt seine Aufgaben hervorragend. Meistens in Kombination mit einem der Dickschiffe zu finden. Beispielsweise WP Super Cache oder Cachify.

 


 

Better WordPress Minify

War lange Zeit der Klassiker für diese Art von Job. Ist mittlerweile aber ganz schön aufgebläht und einige behaupten, es behebe Probleme, die es vorher selbst erschafft.
Auch wenn es nur ein „Hilfs-Plugin“ ist, sind die Auswirkungen seiner Einstellungen so tiefgreifend, dass man schon wissen muss, was man dort tut. Dafür bietet es auch fast die gesamte Bandbreite der Beschleunigungsverfahren für CSS und JS Dateien an.

 

Der Artikel „Die 20 besten WordPress-Plugins für schnelle Ladezeiten“ führt noch eine ganze Reihe weiterer Hilfsplugins auf, wobei man aber auf viele verzichten kann, wenn im eigentlichen Caching Plugin Minimierung und Zusammenfassung bereits angeboten wird.
Es gäbe noch die Sorte von Plugins wie DB Cache Reloaded und DB Cache Reloaded Fix zu erwähnen, da sie das Übel an der Wurzel packen (also den Datenbankabfragen) – aber weil diese Plugins im offiziellen Repository nicht gut gepflegt und aktuell gehalten werden, erspare ich mir die Auseinandersetzung damit. Wer sie benutzen will: sie können noch immer funktionieren, müssen aber nicht.

Und welches Plugin sollt Ihr jetzt einsetzen?

Antwort: Das, mit dem Ihr am besten klarkommt und das auf Eurem Webspace am besten funktioniert. Es lässt sich bei so einer komplexen Gleichung mit vielen Unbekannten kein eindeutiges Ergebnis bestimmen. Mal bietet der Server ein benötigtes Modul nicht an, mal ist der Arbeitsspeicher zu knapp bemessen und mal spielen Websitetyp, Besucherverkehr und Absprungrate nicht mit.

Was ich aber allgemein raten würde:

  • Cachify geht immer. Sogar in einer Multisite. Dazu Autoptimize und Ihr dürftet fürs Erste glücklich sein.
  • Soll es kostenlos für eine Single Installation sein: WP Fastest Cache. Eventuell auch um Autoptimize aufgemotzt.
  • Ist Euch eine supereinfache Bedienung mit guten Ergebnissen etwas wert? Dann sind Quick Cache und vor allem WP Rocket Eure Kandidaten.
  • Wer Cache-technisch noch den letzten Tropfen Superfuel aus seiner Website herausquetschen will, muss sich durch W3 Total Cache und Super Cache schlagen, wobei ich Super Cache etwas einfacher zu bedienen finde.

3 Kommentare:

  1. Mir scheint ebenfalls die Auswahl an Cache-Plugins ist mittlerweile gewaltig. Besonders technisch Unerfahrene haben es hier schwer. Ich nutze für einige meiner Seiten WP Super Cache und hatte bislang keine Probleme damit.

    • Hallo Viktor,

      da hast Du sicher Recht … mit der gewaltigen Auswahl. Die wirklich guten Plugins lassen sich dennoch an den Fingern einer, äh zweier Hände abzählen. Gerade bei Cashing im direkten WordPress Umfeld muss man dran bleiben und als Entwickler einen langen Atem beweisen. Das sieht man an Plugins wie DB Cache Reloaded/Fix – kurz mal nicht aktualisiert und schon wird es ein Risikospiel, diese Plugins im Produktiveinsatz zu haben.
      Bei Serverlösungen mag das anders aussehen. Vielleicht schreibe ich auch mal was dazu …

      Wenn W3 Total Cache gemuckt hat, kam als erste Alternative bei mir auch immer Super Cache drauf. Mittlerweile gehe ich aber auf Nummer Sicher. Das heisst bei Multisites Cachify und bei Single Installs WP Fastest Cache.

  2. Pingback:WordPress Ladezeiten verbessern › Fiftys Internetmarketing

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