Rezension: WordPress für Dummies (Lisa Sabin-Wilson)

In meiner Rezensionsreihe von WordPress Handbüchern ist dieses Mal Lisa Sabin-Wilsons „WordPress für Dummies“ dran.

Rezension: WordPress für Dummies
Autor: Lisa Sabin-Wilson
Verlag: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
Auflage: 2013
Seiten: 431
ISBN: 978-3-527-70997-7
Preis: 24,99 €

Lisa Sabin-Wilson ist eine der bekanntesten Aktivistinnen aus dem WordPress-Bereich.
Seit 2013 ist ihr WordPress for Dummies Buch auch in deutscher Übersetzung erhältlich.
Von der Aufmachung her ist es ein typischer Vertreter der … für Dummies Reihe (Ich finde diese Eindeutschung eines auf englisch gut funktionierenden Titels nicht gelungen). Optisch überfrachtet und vor Informationen auf engstem Raum nur so strotzend. Man muss zum Teil sehr aufmerksam lesen, um auch wirklich alles mitzubekommen.
Dadurch, dass hier jede der 431 Seiten mit Information vollgestopft wurde, ist es neben Alexander Hetzels „WordPress 3: Das umfassende Handbuch“ eines der umfangreichsten WordPress Handbücher die ich kenne. Hier wird wirklich alles besprochen, was man zu WordPress fragen könnte.

WordPress für Dummies Cover

WordPress für Dummies

Das Buch gliedert sich in 6 Teile, 15 Kapitel, zahlreiche Unterkapitel und zwei Anhangbereiche (die nicht sehr sinnvoll sind).

1. Gestatten, WordPress
2. WordPress-Bloggrundlagen
3. Erste Schritte mit wordpress.com
4. Einen Blog erstellen und verwalten
5. Den Blog mit Themes, Widgets und Erweiterungen aufwerten
6. Das Basislager für den Blog einrichten
7. Das WordPress.org-Dashboard nutzen
8. Routine in den Blog bringen
9. Mediendateien verwalten: Bilder, Audio- und Videodateien
10. WordPress-Plugins optimal nutzen
11. WordPress-Themes finden und installieren
12. Themes und Templates verstehen
13. WordPress-Themes anpassen
14. Zehn beliebte WordPress-Plugins
15. Zehn kostenlose WordPress-Themes

Es folgen noch
Anhang A: Websites mit WordPress erstellen
Anhang B: Upgrade, Sicherung und Umzug

Das ganze Buch ist, da kann die Übersetzung nicht viel dran ändern, sehr amerikanisch aufgebaut. Keine Diskussionen: wie, weshalb, warum – sondern: machen Sie es so! Sabin-Wilson schlägt jetzt keinen Unsinn vor – das sind alles Vorgehensweisen und Tips, mit denen man nichts falsch macht, aber aus deutschen Publikationen ist man es gewohnt, dass Alternativen oder zumindest das Für und Wider einer Maßnahme besprochen wird.
Die amerikanische Herkunft sieht man auch an den Themes, Plugins und Hostingservices, die empfohlen werden. Dasind wenig Produkte darunter, die im deutschsprachigen Raum Verwendung finden.

Einen sehr großen Anteil nehmen die Themes ein. Es wird zwar nicht erläutert, worauf es beim Themekauf ankommt und wie man als Laie gute von schlechten Themes unterscheiden kann, aber dafür kann man nach der Lektüre von Kapitel 12 und 13 beinahe eigene Themes erstellen. Ich stelle da allerdings einen großen Widerspruch zwischen den Kapitel fest, in denen jeder Knopfdruck erklärt wird (für Dummies eben) und in denen Template Dateien mit PHP + CSS erstellt werden.
Was ich nicht verstehe, ist, weshalb so wichtige Themen wie Datensicherung, Migration und Updates in den Anhang verbannt werden. Gerade das Backup und Absichern eines Blogs sollte gleich als erstes behandelt werden.
Auch die „Verbannung“ des Websites mit WordPress erstellen“ in den Appendix finde ich unglücklich gelöst. Zumal das so lückenhaft und fragmentarisch niedergeschrieben ist, dass es dem Leser auch nicht weiterhilft.

Lisa Sabin-Wilson legt den Fokus ganz klar auf das Bloggen. Vieles dreht sich um Kommentare, Avatare, Trackbacks, Pingbacks und – eben WordPress als Bloggingsystem, wie es ursprünglich einst gestartet ist. Leser, die sich für WordPress als CMS oder Web-Applikation interessieren, müssen sich durch ganz schön viel Ballast wühlen, bis sie ihre gewünschten Infos erhalten.
Da das reine Bloggen für viele Autoren ausreicht, wird dem Onlinedienst unter wordpress.com ein eigenes Kapitel an prominenter Stelle im Buch gewidmet. Ein Kapitel, was man sich meiner Meinung nach hätte sparen können, da der Rest des Buches Lösungen für eine selbstgehostete Webseite auf wordpress.org basierend bespricht.
Dennoch erstaunlich: es dauert bis zu Seite 201, bis der erste Blogeintrag thematisiert wird.

Die Anpassung einiger Empfehlungen an die deutschsprachige WordPress-Szene schiesst etwas über das Ziel hinaus. Bei den empfohlenen Domain-Registraren werden Unternehmen genannt, von denen ich noch nie gehört habe. Auch hier kann man ruhig auf die Big Player wie Godaddy oder namecheap oder auch Internetworx verweisen. Auch die Listung der Hostingservices ist etwas … phantasielos. Ich würde 1&1 nicht unbedingt empfehlen; Alfahosting ist okay; witzig: bei Bluehost wird die Adresse von Hosteurope genannt. Reine WordPress-Hoster wie WP Engine werden gar nicht genannt.
NextGen Gallery gehört schon lange nicht mehr zu Alex Rabe.
Sabin-Wilson erklärt die Arbeit mit WordPress von Grund auf. Das hat Vorteile, weil man dadurch lernt, wie es mit Bordmitteln funktioniert aber auch Nachteile, weil einem spezialisierte Plugins viele Arbeiten abnehmen bzw. eine Zeitersparnis bedeuten. Man wird von der Fleißarbeit befreit und kann sich auf das Erstellen guter Inhalte konzentrieren.
Wenn dann doch Plugins vorgestellt oder empfohlen werden, erfolgt dies nicht immer stimmig.
In Kapitel 9 (Mediendateien verwalten: Bilder, Audio- und Videodateien) beispielsweise werden Plugins zum Einbetten von Audio- und Videodateien aufgeführt, was aber unnötig ist, da WordPress von Haus aus eine einfach zu bedienende und gut funktionierende Integration von eben diesen Dateitypen mitbringt.

Leider keine einzige Erwähnung des Multisite Features!

Durch die klare und sachliche Sprache von LSW im Original hat sich auch die Übersetzung durch Isolde Kommer als nicht zu schwierig gestaltet (behaupte ich jetzt mal). Es ist immer eine Herausforderung, bei Software- und Webpublikationen aus der englischsprachigen Welt einen Kompromiss im Umgang mit Begrifflichkeiten zu finden. Das ist hier insoweit gelungen, als dass die eingedeutsche WordPress Version verwendet wird und jede Anweisung benannt wird (Klicken Sie jetzt auf die Schaltfläche ‚xyz‘).
Nicht gut gelungen sind manche Übersetzungen von Begrifflichkeiten, die über Menüpunkte, Konfigurationen u.ä. hinausgehen. Ein WordPress-Entwickler wird sich vermutlich denken können, was ‚Überthemes‘ und ‚Unterthemes‘ sein könnten, aber im allgemeinen hat sich hier die Originalbezeichnung Child-Theme und Parent-Theme durchgesetzt. Allerhöchstens trifft man noch auf Eltern-und-Kind-Theme.

An der Darstellung des Pseudocodes kann auch noch so einiges verbessert werden. Der liest sich mühsam, sobald er mehrzeilig ist. Abhilfe könnten ein anderer Font, ein größerer Zeilenabstand und ein andersfarbiger Hintergrund schaffen.

Fazit

Bei diesem Preis und dieser Vielzahl an Informationen, die das Buch liefert, kann man getrost zugreifen. Allerdings: das Buch versucht es allen recht zu machen. Anfängern, Fortgeschrittenen (WordPress Themes) und wordpress.com Nutzern.

2 Kommentare:

  1. Hi Lars,

    in der Quellenangaben hat das Buch bei Dir 290 Seiten, im Deinem nachfolgenden Text 431 Seiten – ein wenig verwirrend. 431 Seiten scheinen richtig zu sein – diese Seitenzahl gibt der Verlag auch an.

    Einen fröhlichen Gruß aus Hamburg.

    Michael

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