Das Ende der deutschen WordPress Community

…oder so ähnlich.

Falls es die WordPress Gemeinde noch nicht mitbekommen hat: da geht gerade ein Offener Brief an dieselbige herum und wird eifrig diskutiert.

Ich habe daraufhin meinen Gedankenstrom angezapft und einige Glanzstücke herausgefischt und ungeordnet hier niedergeschrieben.

Lässt man mal die verletzten Befindlichkeiten beiseite (von denen es nun einige zu geben scheint) und greift sich die wenigen handfesten Hooks heraus, bleibt in der Essenz folgendes übrig.

Erstens: der Text ist zu lang.

Zweitens: Ich weiß auch nicht, was er bezwecken soll. Ist es nur ein wilder Rant oder gibt es pädagogische Absichten dahinter? Wird einfach nur der Zustand der (WordPress)Welt beklagt? Sollen wir öffentlich Besserung geloben? Wer weiß das schon.
In den Kommentaren liest man dann immer wieder etwas von „wachrütteln“ und „mutig“. Ich finde auch, dass man eine Gemeinschaft, bei der man meint, Fehlentwicklungen auszumachen, am besten wieder in die Spur bekommt, indem man sie indirekt beschimpft. Ich glaube ja eher, dass die so langatmig angesprochene Community das mit einem Schulterzucken quittieren wird. Falls sie es überhaupt mitbekommt.

Drittens: Ich habe es schon vorher immer wieder gesagt oder anklingen lassen – WordPress ist zu erfolgreich geworden. Es treiben sich zu viele Gestalten in diesem Umfeld herum, denen irgendeine Community abstrakt, lästig und letztlich aber auch scheissegal ist. Schaut mal in die großen Foren rein.

Viertens: Der Autor behauptet, die aktive Gemeinschaft an WordPress Enthusiasten ließe sich an den Fingern von 6 Händen abzählen. Zumindest sind das die Leute, die dahingehend auffallen. Aber ehrlich, in welcher Entwicklergemeinde ist das denn anders? Und ja, es erweckt den Anschein, als sei WordPress Deutschland die private Spielwiese der Firma Inpsyde. Und wisst ihr was, viele Leute haben kein Problem damit (inklusive mir). Gottseidank kümmert sich jemand darum! Sonst müssten es andere Leute (wieder inklusive mir) ehrenamtlich tun. Dafür habe ich nicht die Zeit. Ich gebe lieber etwas zurück, indem ich Plugins von Inpsyde bzw. Marketpress kaufe oder meine Kunden dazu verleite.

Fünftens: WordPress ist ein Werkzeug, ist ein Werkzeug, ist ein Werkzeug …
Fragt mal eure Kunden. Denen ist das sowas von wurscht, ob auf der WP Deutschland Webseite Kraniche oder Pinguine abgebildet sind. Oder ob Entwickler X Tausend Stunden in sein kostenfrei einsetzbares Plugin investiert hat. Es muss funktionieren (und sollte natürlich nicht zuviel kosten; ein Kriterium, das ein kostenloses Plugin wohl bestens erfüllt) und seinen Anforderungen entsprechen. Was ich sagen will ist, niemand nutzt WordPress weil es WordPress oder open source ist. Gut, es mag solche Nutzer aus Prinzip geben, aber das sind nicht die, die später die Rechnung begleichen. Immer dieser Irrglaube, dass Software für sich selbst steht. Wenn WordPress aus irgendeinem Grund morgen out ist, dann wird es trotzdem weiter Webseiten und Blogs geben. Und Leute, die sie programmieren und layouten. Die Lücke wird einfach gefüllt. Mit Contao, Joomla oder was weiss ich für Exoten. Hat vor 10 Jahren jemand für möglich gehalten, dass StudiVZ, MySpace oder Frontpage heute keine Rolle mehr spielen?
Leute, wir verkaufen keine WordPress-Webseiten sondern Dienstleistungen im Bereich Webpräsenzen, Marketing oder Online-Shops.

Sechstens: Menschen kann man zu nichts zwingen. Wenn kein Gemeinschaftsgefühl oder der Wille eins auszubilden vorhanden ist, lässt sich das nicht durch noch so viele Rants erzwingen.

Siebtens: Ich brauche auch keine Community, die sich abends auf eine warme Sojamilch im Szenekiez trifft. Wer das so machen will, so das so tun. Mir ist diese Vereinsmeierei eher suspekt. Vielen anderen wohl auch, sonst würde es z.B. diese Meetups öfter und verstärkt geben.

So, und jetzt habe ich mich schon wieder weitaus mehr Zeit dieser Sache gewidmet als vorgehabt.

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