Checkliste für den Launch einer WordPress Webseite

Vielleicht kennt ihr das ja – ihr baut für einen Kunden oder auch euch selbst eine schicke Webseite mit WordPress und der Veröffentlichungstermin steht kurz bevor. Meistens ist in diesem Zeitraum die Hektik am größten. Habe ich alle Anforderungen des Kunden berücksichtigt? Sind alle Einstellungen richtig gesetzt, für jede Seite Inhalte vorhanden?
Das Ausmaß der Hektik und in Teilen auch Panik kann man durch eine protokollarische Routine deutlich senken. Ich stelle euch hier mal meine Checkliste vor.

  1. Inhalte überprüfen
  2. Kategorien und Tags anlegen
  3. Impressum und Kontaktangaben überprüfen
  4. Funktionalität überprüfen
  5. Sicherheitsmaßnahmen
  6. Backup Lösung einrichten
  7. Einstellungen/Optionen überprüfen
  8. Maintenance-/Wartungsmodus einsetzen
  9. Die richtigen Nutzer anlegen
  10. Die Nutzer schulen

Gut, dann fangen wir mal an.

1. Inhalte überprüfen

Was ist eine Webseite ohne Inhalte? Nichts.
Also prüft ihr als erstes, ob auch alle Inhalte untergebracht wurden, ob die Texte stimmen (keine Blindtexte mehr), ob noch Fehler (oder schlechtes Deutsch) enthalten sind, ob alle Bilder da sind usw.
Es kommt nicht mal so selten vor, dass man eine Webseite erst einmal mit Dummytexten oder Inhalten aus vorherigen Projekten befüllt. Wenn diese dann beim Launch immer noch sichtbar sind, wird es peinlich. Schaut alles durch. Zweimal. Dreimal. Gleicht es mit dem Pflichtenheft ab.
Bereiche oder Seiten, wo der Auftraggeber noch keine oder unzureichenden Inhalte geliefert hat, werden nicht veröffentlicht! Bitte verzichtet auch auf diese Baustellenhinweise, wo auf animierten GIF Bildern kleine Männchen mit der Spitzhacke zugange sind. Gruselig. Auch kein: „Hier kommen demnächst Inhalte rein.“
Habt ihr die Rechte an allen Medienelementen (vor allem Photos und Videos) Dritter erworben und korrekt ausgezeichnet?

2. Kategorien und Tags anlegen

Das hängt mit Punkt 9 zusammen: Bereits im Vorfeld müssen alle benötigten Kategorien und Schlagwörter (Tags) angelegt und hierarchisch geordnet werden. Das können nur Nutzer mit Adminrechten machen. Eine spätere Änderung und Neueinsortierung der Beiträge ist mühsam.

3. Impressum und Kontaktangaben überprüfen

Das ist heutzutage leider der wichtigste Punkt, eigentlich noch vor den Inhalten. Prüft, ob eine Impressumsseite mit den richtigen Angaben vorhanden ist und von jeder Stelle der gesamten Website aus mit nicht mehr als 2 Klicks erreichbar ist. Auch die sonstigen Kontaktdaten müssen überprüft werden.

4. Funktionalität überprüfen

Die Funktionalität einer Webseite ist all das, was über das bloße Präsentieren von Inhalten hinausgeht. Das können Hyperlinks, Formulare, Newsletter und vieles mehr sein. Um zum Beispiel die gesamte WordPress Site auf tote Links zu überprüfen, könnt ihr das Broken Link Checker Plugin einsetzen. Bei den anderen Sachen müsst ihr einfach einmal Testläufe machen.

5. Sicherheitsmaßnahmen

Das ist ein weites Feld, das man aber noch vor dem Launch der Site beackern muss. Wenn ihr die ganzen Sicherheitseinstellungen nicht per Hand vornehmen wollt/könnt, setzt so ein Rundum-Sorglos Plugin wie iThemes Security (ehemals Better WordPress Security), Wordfence Security oder WP htaccess Control ein. Tutorials und Anleitungen dazu gibt es zuhauf im Internet.
Das betrifft jetzt auch Punkt 9: Sind die Passwörter der Nutzer leicht zu knacken? Die Benutzernamen leicht zu erraten? Ja? Dann nacharbeiten. Man muss es den Hackern nicht noch leichter machen. Das Administratorkonto wird nicht admin genannt! Ändert zudem in der Datenbank die User ID des Admins auf einen hohen Wert (steht default auf 1).

6. Backup Lösung einrichten

Selbst beim Updaten in WordPress heisst es von den Entwicklern: erst Backup, dann Update. Richtet also noch vor dem Launch der Webseite eine Backuplösung ein. Das erspart viele graue Haare und garantiert einen ruhigen Schlaf. Am besten ist es, wenn ihr euch doppelt und dreifach absichert. FTP-Serverplatz ist günstig und einen Dropbox Account hat heute scheinbar auch jeder (auch wenn ich der Cloud nicht ganz traue). Ein Plugin, was ihr euch diesbezüglich ansehen solltet, ist Backwpup.

7. Einstellungen/Optionen überprüfen

Geht die ganzen Einstellungen im Backend durch. Sprache des Blogs, Zeitzone richtig gesetzt? Kommentare aktiv/inaktiv? Soll eine Registrierung neuer Benutzer erlaubt werden? Welche Dateiformate sind für den Upload in die Mediathek erlaubt? Welche Dateigrößen? Ist die Anlage von monatsbasierten Ordnern deaktiviert? Habt ihr auch den Suchmaschinen erlaubt, die Seite zu indizieren?

8. Maintenance-/Wartungsmodus einsetzen

Oftmals wird ja parallel zu einem bestehenden Webauftritt (zum Teil auch eine WordPress Site) an der neuen Webseite gearbeitet. Damit man mit dem bestehenden Angebot nicht ins Gerangel kommt, empfiehlt es sich, die neue WordPress Installation eine Verzeichnisebene tiefer zu legen, die Domain später sauber darauf zu mappen. Und damit doch keiner mitverfolgen kann, wie dort gearbeitet wird, setzt ihr eines der zahlreichen Maintenance– oder Coming Soon Plugins ein. Da gibt es für jeden Geschmack und jedes Anforderungsprofil etwas. Plugins, die wie bei einem Countdown herunterzählen, welche die auf andere URLs weiterleiten und wieder welche, die einem eine vorläufige Startseite anzeigen. Auch dort gilt, bitte keine einfallslosen Baustellenschilder oder spitzhackende Männchen. Besser sind ein kurzer Teasertext oder der Verweis auf einen Newsletter.

9. Die richtigen Nutzer anlegen

Spätestens zum Launch der Webseite müssen bereits alle benötigten Nutzer angelegt sein, damit jeder Verantwortliche schnell und problemlos Fehler ändern kann – sollten doch welche auftauchen (siehe Punkt 1). Es sollte nur ein Nutzer mit Adminrechten ausgestattet werden. Höchstens zwei. Die anderen Nutzer schreiben und posten ihre Inhalte als Autoren oder Redakteure.

10. Die Nutzer schulen

Die Webseite ist online, alles freut sich und dennoch entdeckt der Kunde einen Fehler, einen noch fehlenden Text oder möchte eine Graphik austauschen. Was auch immer. Die Nutzeraccounts sind alle angelegt, aber die User haben keinen blassen Schimmer, wie sie diese Änderung anstellen und ihr seid schon längst beim nächsten Projekt … Blöde Situation.
Deshalb (sofern ihr die Betreuung der Site nicht anders geregelt habt) werden die Seiteninhaber und -verantwortlichen vor dem Launch umfassend geschult. Ausgedruckte Handouts mit den wichtigsten Bearbeitungsschritten gehören dazu.

Fazit

Die Liste ist vielleicht nicht ganz vollständig oder vielleicht würde sie der ein oder andere WordPresser anders ordnen – aber fürs Erste dürfte das erstmal eine hilfreiche Handreichung sein. Jedes WordPress Projekt ist anders, hat andere Anforderungen, setzt andere Schwerpunkte. Aber mit einem Mindestmaß an Überprüfung gestaltet sich der Start einer Webseite als zwar aufregendes aber nicht hektisches Ereignis.

Übrigens: Ihr dürft diesen Artikel gerne teilen, verlinken oder kommentieren :o)

 

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