Facebook Home – Mark Zuckerbergs eigenes Handy

So, nun hat Facebook also die Katze aus dem Sack gelassen. Ein eigenes Handy. Denkt man. Dabei handelt es sich „nur“ um eine besonders aufdringliche App.

Mir war klar, dass Facebook nicht wirklich ein eigenes Handy auf den Markt bringt, aber nach den großspurigen Ankündigungen eines Herrn Zuckerberg, hätte man schon mit etwas mehr gerechnet als einem fest verankerten App Launcher.

Ob Eigenentwicklung oder nicht, mit diesem Produkt hat Facebook 2 Dinge verinnerlicht:

  • Der Markt wird mobil. Mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen
  • Facebook muss sich dem anpassen, wenn es überleben will

Über den ersten Punkt brauchen wir nicht zu reden, der ist meiner Meinung nach unstrittig. Beim zweiten Punkt sehen überraschenderweise viele Leute die Gefahren nicht, die sich aus Stagnation ergeben. Und aus dem Beharren auf die Rolle des Platzhirsches. Gefühlt ist Facebook ja schon eine Ewigkeit da und auch Google+ konnte dem Giganten der sozialen Netzwerke nichts anhaben – aber Tradition ist eben kein Geschäftsmodell.

Ich will hier gar nicht so sehr auf Spezifikationen und dergleichen eingehen (das lest ihr an anderer Stelle besser aufbereitet, zum Beispiel bei dem Herrn Caschy, der schon mal ein wenig mit Facebook Home herumgespielt hat), nur soviel: Der Weg, den Facebook hier einschlägt, ist grundsätzlich richtig. Auch wenn es Alibi-Möglichkeiten zur Nutzung anderer Apps geben soll, wird der Nutzer per Gewohnheit an Facebook gebunden. Andere Leute würden das als „sich Ausliefern“ bezeichnen. Der Netzwerk Gigant bietet mittlerweile ohnehin alles, was sich der sozial vernetzte Mensch des frühen 21. Jahrhunderts wünscht. Chat, Freundeslisten, Bildarchiv, Telefonieren – wer (abgesehen von Leuten mit Sonderwünschen) setzt da noch auf separate Dienste der Konkurrenz, wenn er hier alles vorfindet?

Natürlich ist so ein dermaßen auf Facebook getrimmtes Smartphone eher etwas für Poweruser, aber gegen einen Testlauf auch für Gelegenheitsnutzer spricht ja nichts.

Ob jetzt Chatheads die größte Erfindung seit der Bratkartoffel sind, sollen die Nutzer entscheiden – wichtig ist nur, dass Facebook die Flucht nach vorn antritt. Ein mutiger Schritt, der nun Google zu einer Reaktion zwingt.

 

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