Ubuntu 12.10 veröffentlicht

Mit Ubuntu 12.10 (Quantal Quetzal) veröffentlicht Canonical den ersten Minor-Release nach der 12.04 – Precise Pangolin mit LTS (= Long Time Support). Viele Anwender fragen sich: was ist neu und lohnt sich der Umstieg für mich?

Dieses erste Post-Major-Release weist keine gravierenden Änderungen auf. Dafür wurde an vielen Ecken und Kanten unter der Motorhaube gefeilt. Der Version 12.10 wurde ein aktuellere Kernel spendiert und auch standardmäßig enthaltene Third Party Software wie Firefox, Thunderbird und Libre Office kommen in einer neueren Version daher. Der hauseigene Unity-Desktop wird in der Version 6.6 ausgeliefert. Es gibt aber auch „Kleinigkeiten“, die für viel Aufsehen gesorgt haben und auf die ich jetzt kurz eingehe.

Die Kommerzialisierung des Dash-Tools

Im Dash hat der gewöhnliche Ubuntu-Nutzer bis dato Programme gestartet oder nach Dateien und Ordnern. Seit Ubuntu 12.10 und der Unity 6.6 Umgebung werden im Dash jetzt aber auch Amazon-Produkte aufgelistet, die dem eingegebenen Suchbegriff entsprechen. Das hat in der Gemeinschaft der Ubuntu-Nutzer zu heftigen Diskussionen geführt. Die einen befürchten eine Kommerzialisierung, während die anderen das als legitimen Schritt Canonicals ansehen, mit dem System auch etwas Geld zu verdienen. Mark Shuttleworth hat bereits angekündigt, das Dash-Tool zu einer übergreifenden Suche auszubauen und nach Amazon noch weitere Affiliate-Partner ins Boot zu holen.

Diesen Shoppingkram kann man aber deaktivieren oder sogar ganz löschen. Das verantwortliche Feature nennt sich Unity Shopping Lens und wird über die Einstellungen unter Privatsphäre deaktiviert oder in der Packetverwaltung komplett gelöscht.
Für ein Löschen im Terminal lautet der Befehl:

sudo apt-get remove unity-lens-shopping

Weiterhin lassen sich jetzt an die Startleiste auch Webadressen und Apps pinnen.

Dies ist auch die erste Version, deren Installations-Image die Größe von 700 MB sprengt und somit nicht mehr auf eine handelsübliche CD-ROM passt. Das Image wird nun von DVD oder einem USB Stick aus installiert, was sich bei älteren Rechnern oder Notebooks als problematisch herausstellen könnte, da diese häufig nicht vom USB-Anschluss booten können oder noch kein DVD-Laufwerk aufweisen. Andererseits sind für Geräte mit älterer Hardware eigentlich die Xubuntu- oder Lubuntu Distributionen vorgesehen.
Das Problem löst man wie folgt: Eine 12.04 Version von CD aus installieren und über das Internet auf 12.10 updaten. Dazu die Einstellung im Bereich Software-Aktualisierung von „Für Langzeitunterstützung“ auf „Für jede Neue Version“ abändern. Für Rechner mit älteren Ein-Prozessor-Systemen wird eine entsprechende 32 Bit Variante angeboten.

Soll ich auf Ubuntu 12.10 umsteigen bzw. updaten?

Ich persönlich nutze Ubuntu 12.04 und stehe damit bis 2017 (!) hinsichtlich Updates, Security-Fixes und dergleichen auf der sicheren Seite. Bis zum nächsten Major-Release sind es auch nur wieder 2 Jahre, womit sich die Frage nach dieser 12.10 Version eigentlich erübrigt.
Umsteigern oder Windows-Nutzern, die mal reinschnuppern wollen, würde ich aber zu dieser Version raten. Gerade bei der Installation greift die Einfühurung von LVMs und verschlüsselten Installs dem Neuling hilfreich unter die Arme. Dass das System jetzt die automatisierte Erstellung und Zuweisung eines Benutzerbildes anbietet (sofern eine Webcam installiert ist), verbuche ich mal unter optionale Spielerei.

Für Leute, die mit dem Unity-Desktop als UI nicht glücklich sind, gibt es natürlich auch den ganzen Zoo an Parallel-Versionen: Kubuntu, Xubunto, Lubuntu und die Gnome Variante.

Ubuntu-Downloadbereich

kostenloses Handbuch für Ubuntu 12.10 (allerdings bis jetzt nur auf englisch)

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