Sind Social Media Buttons nutzlos?

Große Aufregung im Netz.

Was ist passiert?

Oliver Reichenstein von den Information Architects behauptet nämlich, dass die ganzen Facebook-, Google Plus- und Twitter-Buttons auf Webseiten nicht nur jämmerlich aussehen, sondern auch noch völlig nutzlos seien.

Hier nachzulesen:

Sweep the Sleaze

Ich fasse kurz zusammen:

  • Sie stellen den Informationsfluss auf den Kopf
  • Sie erwecken den Anschein des Fishing for Likes
  • Sie schaden durch Spionage eher, als dass sie nützen (besonders der Facebook Like Button)
  • Sie bremsen die Ladezeiten der Webseite aus
  • Likes und Retweets verzerren die Bedeutung eines Artikels und degradieren ihn zum online Klapptometer.

Während ich vielen Dingen aus meiner Sicht eine gewisse Zustimmung abgewinnen kann, stufe ich die Bedeutung der angeblichen Nachteile nicht ganz so gewichtig ein, wie der Autor.
Ja, Leute sind nun einmal faul und machen sich nicht extra die Mühe, eine URL-Adresse zu kopieren, in einem sozialen Netzwerk zu posten und auch noch ein paar einleitende oder begleitende Sätze dazu zu schreiben. Jedenfalls nicht, wenn eine einfachere Button-Methode zur Verfügung steht.

Die Ware des Online-Marketings ist Aufmerksamkeit. Wer weiß, wie man mit wenigen Handgriffen Aufmerksamkeit erzeugt, hat schon die Hälfte des Weges geschafft. Social Media Statistiken wie z.B. Anzeige der Like-Zahlen oder Retweets sind dabei das berühmte Klappern, das zum Handwerk gehört.

Dass Informationen und Daten wertvolle Handelswaren sind, habe ich bereits an anderer Stelle erwähnt – natürlich spioniert beispielsweise der Facebook Like Button alles Mögliche aus. Wer würde es nicht so machen?! Ich weiß auch nicht, wo man im Netz überhaupt noch arbeiten kann, ohne getracked zu werden.
Aber ist das dann ein stichhaltiges Argument gegen diese Buttons?

Wo ich ganz und gar nicht mit konform gehe, ist die Behauptung, excellenter Inhalt steht für sich selbst und wird schon verbreitet werden, wenn die Leute nur seine Qualität erkennen.
(Ich such noch nach einer schönen Allegorie. Wenn ich sie gefunden habe, schreibe ich sie hierhin.)

Viele der Webworker bejubeln ja diesen Artikel wie eine längst fällige Levitenlesung. Ich verstehe das nicht. Der Artikel ist voller gefühlter Wahrheiten, operiert ohne Zahlenmaterial und stellt mehr Behauptungen auf, als dass er Erkenntnisse wiedergibt.
Es ist nicht so, dass ich ihn in seiner Aussage ablehne – im Gegenteil, über diese Frage sollte ausführlich diskutiert werden – aber ein wenig fundierter hätte ich mir das Alles schon gewünscht.

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