Warum das mit Google Plus nichts wird

Google Plus, das sozale Netzwerk des Internetgiganten, ist ja vor einem Jahr angetreten, um dem Platzhirsch Facebook Paroli zu bieten. Bis jetzt krepelt das Netzwerk aber eher so dahin, als dass es Facebook den Arsch versohlt. Auch wenn der blauen Konkurrenz der Aktienpreis gerade um die Ohren fliegt.


Was mich gerade mal wieder den Kopf schütteln lässt: Einige meiner G+ Bekanntschaften werden von Google mal schnell aus dem System gekickt. Ich nenne bewusst keine Namen, weil das den Betroffenen nicht hilft und vielleicht sogar eher schadet.
Wahrscheinlich dreht es sich wieder um diese Klar-, Ruf-, Profilnamensache.

Liebes Google, bekommt das doch bitte mal gebacken! Das kann doch nicht so schwer sein, da eine klare Regelung auszuformulieren.

Dasselbe gilt für Inhalte, die bei uns unter Nachtcontent laufen. Eure Prüderie in dieser Richtung ist echt nur noch nervig. Irgendwelche Nazi-Accounts posten munter weiter, aber sobald jemand mal eine nakte Frauenbrust enthüllt, wird auf schwarz geschalten.
Wenn Ihr bestimmen wollt, was für Leute sich in Euren Netzen herumtreiben, was für Themen wie diskutiert und welche Inhalte gepostet werden – dann macht eine geschlossene Veranstaltung daraus und nehmt Geld dafür. Ansonsten lasst das doch mal laufen und sich entwickeln.

Aber es sieht ohnehin so aus, als ob Google nicht mehr gewillt ist, weitere Ressourcen in G+ zu stecken. Bei der letzten Layoutänderung hechelte man eindeutig Facebook hinterher (man schaue sich nur den Kopfbereich bei Profilbild und Titelgraphik an) und bei der eigentlichen Kernkompetenz – der Technik – happert es vor allem an der Integration der neuen G+ App auf mobilen Geräten. Jedenfalls sind die Leute in meinem Stream nur am Schimpfen; Ich bin da aufgrund Smartphone-Verweigerung gottlob außen vor.

Ich verstehe auch diese Lobeshymnen von wegen Reichweite und Einfluß eines Google Plus Artikels nicht. Der lässt sich nicht schneller und besser vernetzen als ein Facebook-Post oder eine Twitter-Nachricht. Bekommen Leute, die so etwas permanent behaupten Geld dafür? Das will ich auch! Oder um es so zu sagen: ohne Geld würde ich diese ganzen Hypereden auf G+ auch gar nicht halten.
Ich habe meinen Facebook-Account damals auch für eine kurze Zeit ruhen lassen (nicht gelöscht, so dumm war ich dann doch nicht) und mich verstärkt G+  gewidmet – aber für beide gilt: Ich brauche die Dinger nicht. Um es mit den Worten eines mir bekannten Kreislings zu sagen: Eine Kneipe, die mich rauswirft, wird von mir nicht mehr besucht. So einfach ist das. Und wenn es so weitergeht, wird es zu einer Renaissance der Blogs kommen. Was ich persönlich ohnehin sehr begrüßen würde.

Ich weiß, miteinander reden ist immer besser als alles andere. Aber mit Google wurde dahingehend genug zu reden versucht. Und ganz ehrlich, so funktioniert die Internetwelt auch nicht. Wenn es den Leuten irgendwo gefällt, bleiben sie – wenn es ihnen nicht mehr gefällt, gehen sie.
Ja natürlich könnte ich jetzt die Koffer packen und zum nächsten großen Ding wechseln (was macht eigentlich Diaspora?!), aber bei G+ gefiel es mir eigentlich gar nicht so schlecht. Von den dauernden Katzenbildern einmal abgesehen, *räusper* – aber da bin ich in Teilen nicht ganz unschuldig.
Ich möchte aber nicht als Internet-Nomade enden, weil Google nicht versteht, wie Netzwerke funktionieren bzw. Leute darin ihr Denunziantentum ausleben wollen.

Ein Kommentar:

  1. Hi,

    jep, die vor kurzem aktualisierte Google+-App ist ganz klar von der Güteklasse: Das darf doch nicht wahr sein!
    Etwas derartig Missratenes sieht man wirklich selten!

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