Kommissarin Lund – schlechtes Ende der 2. Staffel

Die eigentlich vorzüglich umgesetzte 2. Staffel der dänischen Krimiserie „Kommissarin Lund – das Verbrechen II“ fand gestern ein sehr unbefriedigendes Ende. Achtung: Spoiler!

Kommissarin Sarah Lund geht in die zweite Runde

Endlich, dachte ich. Endlich die Fortsetzung von einer der besten Krimiserien der letzten Jahre. Dieses Mal mit „nur“ 5 Folgen auch nicht so quälend lang wie die erste Staffel. Die war mit 12 Folgen zur Aufklärung eines einzigen Falles auch etwas zu aufgebläht. Letzten Endes war es mir dann schon egal, wer denn nun der Mörder war. Aber gut.

Im Original sind es 10 Folgen von etwa einer knappen Stunde. Das ZDF sendet die Serie umgeschnitten in 5 Folgen, also 2 Folgen hintereinander, was den Sehgewohnheiten und den Erwartungen der Zuschauer wohl besser entspricht. Man erkennt diese Zusammenschnitte recht gut, da es während der Halbzeit einer Folge eine Art Zusammenfassung des Geschehens gibt.

Die Beschränkung auf nur 5 Folgen hat der Serie aber gut getan. In Staffel 1 wusste man schon nicht mehr, wann welcher Charakter eingeführt wurde und wie er in den Mordfall verwickelt ist. Es wurden meiner Meinung nach viel zu viele Nebenstränge eröffnet und nebensächliche Entwicklungen verfolgt. Bei allen Möglichkeiten, die solch eine Sendedauer für das Entwickeln von Charakteren und Aufbau eines umfassenden Sittengemäldes bietet – die eigentliche Geschichte kaum dadurch zu kurz. Mir genügen maximal 5 Hauptverdächtige und ebenso viele Mordalternativen. Mit mehr kann ich nicht umgehen.
Trotzdem haben es Darsteller und der Regisseur geschafft, immer wieder neue Überraschungsmomente und Kehrtwendungen glaubhaft zu verkaufen. Das muss eine andere Krimiserie erst einmal nachmachen.

Es war außerdem auch klar, dass das Niveau der ersten Staffel nur schwer zu übertreffen sein wird. Auch wenn die Schauspieler gut aufgelegt waren und der Regisseur weiß, wie er Stimmungen richtig einsetzen und Indizien präsentieren muss – die ganz große Spannung kam nicht auf. Die Mittel und Methoden waren noch durch die 1. Staffel zu gut in Erinnerung. Man weiß inzwischen, welche Sachen etwas zu bedeuten haben und wann nicht. Dass der so integer wirkende Justizminister zum Ende einknicken wird, war bereits bei seinem ersten Auftauchen in der Rolle angelegt.

Letztlich bin ich mit dem Ende aber nicht zufrieden. Es wirkte doch tatsächlich so, als ob man die Geschichte zu schnell vorangetrieben hätte und nun aus Mangel an redaktionellen Haken und Ösen die Sache aufklären und abschließen muss. Was hat mich am meisten gestört? Gehen wir das einmal durch:

Lunds Kollege Ulrik Strange als Mörder

Lunds Kollege Ulrik Strange als Mörder zu platzieren, macht ja erst einmal Sinn. So wunderschön gegen den Strich. Die Guten sind selten die Mörder. Außerdem knüpfte er zarte Bande zu seiner spröden Kollegin, und der wünschte man nach der 1. Staffel so gern ein Happy End in Liebesdingen. Vielleicht wären wir auch Zeugen davon geworden, dass sie endlich einmal ihren sexy Strickpulli auszieht.

Aber leider, leider auch sehr vorhersehbar, wenn man die eingestreuten Hinweise in den letzten Folgen richtig zu deuten wusste. Seit Jens Raben in ihm den mysteriösen Offizier „Perk“ zu erkennen glaubte, war der Verdacht von Strange nicht mehr wegzubekommen. Da halfen auch noch so viele Ablenkungen seitens der Drehbuchautoren nichts.
Der erste Verdacht auf Strange kam bereits auf, als Lund nach dem Mord am Priester den Täter verfolgt und von diesem überwältigt und mit der Waffe bedroht wird. Statt sie zu erledigen, zieht er die Waffe wieder weg und lässt Lund am Leben. Auf wen kann der Verdacht nur fallen, wenn nicht auf Strange?! Im ZDF-Forum zur Serie wird darüber ganz wild spekuliert, aber mal ganz ehrlich: soviel Naivität wie in den ZDF Diskussionsforen liest man selten. Dabei ist es unerheblich, welche Serie oder Sendereihe dort diskutiert wird.
Es gibt nur eine Erklärung, weshalb ein Serienmörder solch einen Fehler begeht und den hat der Zuschauer eindeutig mitbekommen: Strange hat sich in Lund verliebt, was im Grunde auf Gegenseitigkeit beruhte, wenn auch nicht in der gleichen Intensität.

Wie kann Strange die Morde vorbei an seinen Kollegen verübt haben?

Man musste jetzt schon gehörig aufpassen, dass man die Handlung so erzählt, dass Strange immer die Gelegenheit gehabt hätte, die Morde durchzuführen. Nun heißt es auf der ZDF Webseite zu Lund, er hatte immer und irgendwie die Möglichkeit und die Zeit, die Morde zu begehen. Das mag so gewesen sein, aber dem Zuschauer wurde auch erzählt, er hat gleichzeitig den Waffenschrank von Rabens Ex-Kameradin Thomsen und ihr Motorboot unbemerkt mit einer Sprengvorrichtung ausgestattet. Er wusste, dass sie sich letztlich mit dem Boot absetzen wollte und die Bombe bei der Flucht nicht entdeckt (!).
Also hier bogen sich die Balken des Plausiblen förmlich durch.

Stranges Motivation der Morde

Aber: Auch Lunds Frage nach dem Warum blieb unbeantwortet. In Afghanistan Zivilisten erschossen (siehe auch Jens Raben), das ist nicht schön und kein Ruhmesblatt für das dänische Militär – aber wie der Ministerpräsident sagte, das wäre noch zu vermitteln gewesen (wo gehobelt wird, da fallen Späne). Auch die Angst vor der Entdeckung der heimlich in Afghanistan operierenden Jägertruppe, die vom Parlament hätte abgesegnet werden müssen, ist nicht wirklich glaubhaft vermittelt worden. Hier in Deutschland ist genau dieser Fall vorgekommen, dass erste KSK Elitesoldaten bereits zusammen mit US Soldaten Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigten, bevor das Parlament davon wusste. Bis auf ein wenig gekränkte Eitelkeit und etwas Aufregung wegen Nichteinhaltung der Protokollarien ist daraus nichts weiter gefolgt. Es sollte mich wundern, wenn dies in Dänemark anders gesehen würde.

Bilals Rolle ungeklärt

Was für ein wirres und unglaubwürdiges Ende hat man denn der Person des braven Soldaten Bilal zugemutet. Er hat auf Befehl seines Generals die kompromittierenden Funksprüche gelöscht und das war es auch.  Was sich die Drehbuchschreiber dabei gedacht haben, ihn als Entführer von Luise Raben und anschließendem Selbstmörder (stilecht, nur mit Sprengstoffgürtel – eben typisch Moslem *rolleyes*) zu präsentieren, das wird wohl immer ein cineastisches Geheimnis bleiben. Diese Entwicklung würde nur einen Sinn ergeben, wenn er auch mit den späteren Morden in Verbindung stand. Das hat man in seinem Fall aber mehr als offen gelassen.
Im Episondenführer des ZDF ist zu lesen, dass Bilal kurz vor seinem Selbstmord die Vertuschung der Funksprüche usw. zugibt aber die Morde abstreitet. Ich habe mir noch einmal die letzte Folge und vor allem die betreffende Szene in der Mediathek angesehen – er äußert nur „seine Pflicht getan zu haben“. Mehr nicht. Da ist wohl der Episodenführer anhand des Originaldrehbuches statt der deutschen Übersetzung und Synchronisation erstellt worden.

Die Anwältin Dragsholm

Das erste Opfer der Mordserie (sieht man von der Familie in Afghanistan einmal ab). Sie musste angeblich sterben, da sie in Strange den Offizier Perk erkannte. Ja, nur wie erkannte sie ihn? Aus Erzählungen der Soldaten? Sie war bei dem fraglichen Einsatz nicht dabei und kann Perk nur aus den Aussagen her kennen. Und dann läuft sie ihm über den Weg und erkennt ihn an der Tätowierung am Oberarm? Dieselbe Tätowierung, die scheinbar dort alle Offiziere haben?
Also nein, da hätte man sich durchaus etwas einfallen lassen müssen.

Das Militär und seine Rolle bei der Vertuschung der Fälle

Lange hatte man es geschafft, den Verdacht auf den ausgekotzten blonden Spargel, Major Soogard, zu lenken. Dabei war recht früh klar, der wird so unsympathisch dargestellt, dass kann nicht der Mörder sein. Auch dass Oberst Janvig als Kommandeur das betroffenen Einsatzkommandos in Afghanistan von allem so gar keine Ahnung hatte (obwohl ein Befehlshaber die Verantwortung trägt), ist schlecht vermittelt worden.

Der General steckt den Jens Peter Raben in die Klappse, aus Angst der könnte sich verplappern? Was war mit den anderen aus Rabens Einheit? Warum sind die nicht auch auf diese Weise mundtot gemacht worden? Warum wird Strange als tatsächlicher Problemfall zur Polizei versetzt und nicht still und heimlich aus dem Verkehr gezogen?
Das ist alles wenig glaubwürdig, was man uns dort aufgetischt hat. Die Verantwortlichen lassen lieber einen durchgeknallten Ex-Soldaten 5 Morde begehen und riskieren damit umso mehr die Aufdeckung der ganzen Vorkommnisse in und um Afghanistan?

Die Rolle der Regierung und ihrer Minister in der Affäre

Wer hätte das gedacht, der tapfere dicke Justizminister entpuppt sich schlussendlich doch als Umfaller. Der könnte glatt von der FDP sein. Nachdem in Staffel 1 der so integer wirkende Troels Hartmann zum Schluss moralisch versagt hat, war hier eigentlich nichts anderes zu erwarten. Nur ist die Kehrtwendung von Minister Buch (der im übrigen gut gespielt wurde) nicht erklärt oder begründet worden. Man sieht in nur zum Schluss im Kreise der Mitverschwörer und es hat den Anschein, sie hätten ihn weichgeklopft. Wie? Womit? Patriotisches Pflichtgefühl? Keiner bemüht sich, uns das zu sagen. Als ob es den Zuschauer als letzten interessiert …

Der Ministerpräsident drückt bei den Morden in Dänemark aus Staatsräson die Augen zu? Ich weiß nicht …
Scheinbar haben dänische Regierungschefs ohnehin eine Machtfülle, von denen andere Politiker nur träumen können. Da werden Minister gefeuert, in Haft genommen, des Landesverrats bezichtigt und am nächsten Tag wieder eingesetzt, als ob nichts geschehen wäre. Da ist doch etwas faul im Staate Dänemark.

Alle anderen Minister kuschen vor dem alten Mann wie die Schuljungen?! Das kennt man sonst nur von Frau Merkel und „Muttis Kleinen“.

Der biedere Staatssekretär Ploe hat alle Fäden in der Hand, so dass er seinen eigenen Minister und die Regierung nach seinem Willen manipulieren kann? Wir sollten uns hier einmal ganz genau die Arbeit der hiesigen Staatssekretäre und Verwaltungsleute ansehen. Was der Ploe alles an Aktivitäten und Untersuchungen auslösen konnte, das strapazierte den guten Glauben der Zuschauer schon gewaltig.

Sarah Lund – das Verbrechen / 3. Staffel

Also, liebe Macher von Kommissarin Lund. Wie man liest, arbeitet ihr bereits an der 3. Staffel, die wohl 2012 im dänischen TV laufen wird. Gern wieder eine gute Geschichte, gute Darsteller und jede Menge Krimielemente. Aber bitte etwas weniger Übertreibung, etwas weniger den-Zuschauer-für-dumm-verkaufen und im-Dunkeln-tappen-lassen.

Nicht falsch verstehen: Ich halte Sarah Lund für eine der interessantesten Neuerscheinungen der letzten Jahre im Bereich der TV-Krimis, aber man so ein Juwel vorsichtig behandeln. Es nicht zu Tode reiten oder auf den Erfolg von Konkurrenzformaten schielen.

Danke im Voraus.

5 Kommentare:

  1. Ich habe Ihre Kritik an der Plausibilität an verschiedenen Punkten gelesen und empfand sie mehr als übertrieben. Gerne unterstütze ich Sie bei der Aufklärung einiger Sachverhalte.

    Die erste Staffel war ein Meisterwerk des Genre. Selten konnte eine TV-Serie besser brillieren. Detailgenauigkeit, Tiefe, Atmosphäre, Handlungsebenen, Story, Charaktere, Background (Nebenstränge/Ergänzendes) … das alles wurde in nahezu besessener Kleinarbeit aufeinander abgestimmt. Keine einzige Szene hätte fehlen dürfen. Zweifelsohne entfaltet das Werk seine Genialität nicht als zerstückeltes Produkt. Der Betrachter darf die Abstände zwischen den Folgen nicht zu groß werden lassen, an der Stelle war der deutsche Vermarkter/Austrahler zu kritisieren.

    Vieles ging in der 2. Staffel verloren. Die fehlende Zeit (Kürzung der Länge) konnte nicht kompensiert werden. Schade. Ein Beispiel, der Charakter Sarah Lund wurde eindimensional fortgeführt. Die Wechselwirkung zwischen Beruf und Privatleben, der Selbstsicherheit und Überforderung etc., einfach wegretuschiert. In kürzester Alibi-Manier ist nur das Allernötigste zu sehen, was für ein Verlust. Erinnern Sie sich noch an die Familie Larsson? Sie forderte uns heraus Gefühle zuzulassen. Die zerrissene Familie Raben erzeugt kalte Leere, ein atmosphärische Blamage. Die Handlung benötigt sie, eine andere Funktion ist nicht erkennbar.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen. Handwerklich ist die 2. Staffel ähnlich gut produziert. Der Kriminalfall ist in seinem Lauf spannend und kann überzeugen. Am Background wurde eingespart, was ein Benotungsminus von rund 30% ausmacht.

    Nun zu Ihrer Kritik an der Handlung und dem Ende.
    Ulrik Strange
    Wie oben ausgeführt leidet auch dieser neue Charakter an wenig Vielfalt. Vieles zu seiner Person bleibt im Dunkeln. Das ist durchaus gewollt. Der Zuschauer erfährt nichts Genaues über seine zweite, verdeckte Mission unter falschen Namen im Aufrage der „Nationalen Sicherheit“ in Afghanistan. Was wir wissen, der Ministerpräsident war darüber im Bilde. Ulrik Strange agierte demnach als geheimer militärischer Agent der dänischen Regierung und deren Hintermännern, und das bis zu seinem Tode. Er hatte unsichtbare Helfer bei den Morden. Die Sprengfallen im Hause und Boot von Thomsen musste er keinesfalls selbst legen. Schon der Umstand das er aus dem Heer ins Gewand eines Kriminalbeamten schlüpfte, ist kein normaler Karriereweg. Kommissarin Lund bekam im Laufe der Ermittlungen heraus, was Teil seiner geheimen Operation vor Ort war. Die ganze Wahrheit blieb verborgen. Strange handelte im Auftrag, einer nach dem anderen musste sterben. Die Angelegenheit drohte publik zu werden. Lund hat am Ende zwar das Spiel um die verwickelten Soldaten aufgedeckt und Strange enttarnt, doch alles Weitere durchschaute auch sie nicht … wie so oft im wahren Leben.

    Die Rolle Bilals
    Er wusste von Anfang an das der damalige Vorfall von Bedeutung war. Bilal sollte hinter dem Rücken seiner Vorgesetzten handeln, und Tat es auf Befehl. Sehr wahrscheinlich kannte er den Inhalt der Funksprüche, möglicherweise hatte er gar eine Ahnung wer „Perk“ ist. Das bleibt Spekulation. Fakt ist, ihm war seine Lage sehr gut bewusst. Sämtliche Mitwisser starben um ihn herum. Was sollte er werden, Opfer oder Täter? Bilal hatte Zugang zum Sprengstofflager. Falls er es war der 5kg entwendete, tat er das sicher nicht aus eigenen Motiven. Wurde er benutzt? Es wäre eine Möglichkeit. Am Ende sah er keinen anderen Ausweg.

    Dragsholm
    Das erste Opfer hatte die Ermittlungen zum Fall wieder aufgenommen und alles ins Rollen gebracht. Wie es dazu kam, ging eindeutig aus der Handlung hervor. Raben erzählte ihr einst über den mysteriösen „Perk“. Dabei erwähnte er seine auffällige Tätowierung. Relativ kurz vor ihrer Ermordung fiel ihr dann besagte T. aus der damaligen Erzählung auf, mitten auf der Straße. Dragsholm glaubte an keinen Zufall. Das Unheil nahm seinen Lauf.

    • Im ersten Teil Ihres Kommentars bestätigen Sie eigentlich meine Kritik an Staffel 2 – wo sind Sie denn da „aufklärend“ tätig?
      Man kann der ersten Staffel nur vorwerfen, dass sie viel zu lang geraten ist. Eine Folge verpasst und schon braucht man dringend eine Gedächtnishilfe.

      Was Staffel 2 angeht (und Ihre Deutungen dazu): mehr als spekulieren bleibt auch Ihnen nicht. Und das ist das der Geschichte zugrundeliegende Problem. Ein paar den Zuschauern vorenthaltene Infos – okay, das erhöht die Spannung und lässt Platz für Eigeninterpretationen. Wenn man aber wichtige Elemente der Storyline en masse nicht erklärt, aufklärt, nachträglich einordnet, dann ist das für den Zuschauer ermüdend und irgendwann frustrierend. Es kann ja sein, dass die Produzenten einiges extra im Dunkeln lassen, um den Faden damit in Staffel 3 weiterspinnen zu können; aber das Ergebnis nach Abschluss der 2. Staffel bleibt für den Zuschauer dasselbe.
      Auf die einzelnen Charaktere gehe ich jetzt hier nicht noch einmal ein – dafür ist seit der Erstausstrahlung der Folgen zuviel Zeit vergangen und mein Langzeitspeicher im Kopf hat ordentlich aufgeräumt.

      Ich halte die Krimireihe Sarah Lund für mithin das Beste, was wir in den letzten Jahren an nordischen TV-Importen bei uns sehen durften. Doch leider sehe ich die Gefahr, dass die Produzenten und Drehbuchschreiber in der Jetzt-müssen-wir-noch-eins-draufsetzen Falle gefangen sind. Nach der Verschwörung in der dänischen Regierung – was erwartet uns in Staffel 3? Sarah Lund deckt Machenschaften im UN-Sicherheitsrat auf? Ich sehe die Storyentwicklung in der nun folgenden Staffel mit gemischten Gefühlen entgegen.

  2. Ich möchte noch einen weiteren Kritikpunkt anfügen. Einam anderen einen einzelnen Mord in die Schuhe schieben zu wollen, ist schon schwierig; denn dieser andere muss ja a) kein Alibi haben, und b) ein Motiv haben. Wie soll das bei einer Mordserie funktionieren? Bilal musste demzufolge bei allen fünf Morden ohne Alibi sein, und Ulrik Strange hätte das wissen müssen, um die Spuren in seine Richtung zu legen. Das ist die eigentliche Unwahrscheinlichkeit dieser Staffel.

  3. Mit großem Interesse habe ich deine Review gelesen. Sowas wie die erste Staffel von Lund wird’s wohl nie wieder geben, aber ich denke, es wurde versucht zwei würdige Nachfolgestaffeln zu produzieren. Das ist ihnen mehr oder weniger auch gelungen.

    Stimme dir zu, die 5 Folgen sind genau richtig, die 10 Folgen aus Staffel 1 waren zu viel. Dahingehend hat sich die Serie noch verbessern können.

    Ulrik Strange als Mörder fand ich eine gute Idee. Aber klar, dieses „Er ist der wahre Mörder“ haftete stärker an ihm als z.B. an Vagn Skærbæk, aus Staffel 1. Und die Ablenkung auf mögliche andere Täter klappte diesesmal nicht so gut.

    Eine richtige Aufklärung der Motive der Mörder gibt es meiner Meinung nach nur bei der dritten Staffel. Bei Staffel 1 hat man auch nicht erfahren, ob Vagn auch wirklich für die anderen Morde aus der Vergangenheit verantwortlich ist und warum Strange in Afghanistan so ausgetickt ist, erfährt man auch nicht wirklich. Vielleicht ist es aber auch Absicht, dass man die „wahren“ Motive nie erfährt/versteht…

    Ich muss sagen, an sich hat mir die Staffel gut gefallen. Staffel 3 hat mich enttäuscht, aber dazu später mehr. Die Politikstoryline hat mir dieses mal gar nicht gefallen und das mit Bilal hat mir auch überhaupt nicht gefallen und es war irgendwie lächerlich. Stimme dir da zu, dass es irgendwie klischeehaft wirkte, dass der einzige muslimische Soldat sich in die Luft sprängt…

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