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Schwedt schließt das traditionelle Waldbad

Beim Durchstöbern des Online Bereichs der Märkischen Oderzeitung bin ich auf einen Artikel zur sofortigen Schließung des Waldbades in Schwedt gestoßen. Da muss ich natürlich meinen Senf zugeben.

Schließung des Waldbades Schwedt – Das Ende einer Tradition

Und wieder geht eine Tradition in Schwedt den Bach runter. Dieses Mal trifft es das Waldbad, ein Freibad mit 41 jähriger Geschichte. Das muss man im Berliner Exil aus der Merkwürdigen Oderzeitung erfahren. Auf der ohnehin eher spartanisch (manche würden sagen “lieblos”) gestalteten Webseite des Waldbades habe ich bisher keinen Hinweis auf die Schließung entdecken können.

Aussagekräftige Photos über die Abrißarbeiten am Waldbad finden Sie in der Bildergalerie eines Users namens Yves1711.

Das Waldbad liegt etwas ab vom Schuss, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Das hängt aber damit zusammen, dass es ursprünglich von den Papierwerken Schwedt ins Leben gerufen wurde. Da es ursprünglich zur Erholung und Erbauung der Papierwerker dienen sollte und auch von der Papierfabrik betrieben wurde, erklärt es sich wiederum, dass die Anlage in direkter Nachbarschaft zur Papierfabrik gebaut wurde und nicht innerstädtisch.
Stadtzerstörung im Endkampf 1945 und wilde Aufbaujahre spielten auch eine Rolle.
Als ich noch Nutzer des Waldbades war (1980er), gab es eine direkte Busverbindung dorthin. Weitaus schöner aber war es, im Sommer die Anreise mit dem Fahrrad zu unternehmen. Nördlich die Stadt verlassen, am Park Heinrichslust und der Mücke sowie dem T34 Panzer vorbei und immer in Richtung der qualmenden Schlote der Papierfabrik. Rechts die Polder des Oderbruchs und links die Wiesen erlaubten eine weite Sicht in die Landschaft. Unglaublich, dass man eben noch in den Plattenbauvierteln einer größeren Stadt war.
Die Papierfabrik und das Waldbad selber lagen in einer kleinen Kiefernschonung. Im Umfeld hatte sich eine kleine Eigenheimsiedlung etabliert.
Waldbad Schwedt mit NilpferdrutscheWährend der Saison war das Waldbad eigentlich immer überlaufen. Ich will jetzt nicht den Spruch “wir hatten ja nichts anderes” überstrapazieren, aber ein bischen war es schon so. An den umliegenden Seen sah es nicht besser aus und das Waldbad bot wenigstens etwas Komfort. Wenn ich mich recht erinnere, war die Ausstattung sehr übersichtlich. Umkleidekabinen (ha, wer braucht schon sowas), zwei Becken, die berühmte Nilpferdrutsche, Liegebereiche und ein Beachvolleyballfeld. Ob es schon damals eine Sauna gab, weiß ich gar nicht.

Grandios war aber der Ausblick von der Liegewiese auf die Fabrik mit ihren Schornsteinen. Schade, dass ich davon kein schönes Photo gefunden habe.

Die Wende 1989 läutete dann den Abstieg des Waldbades ein. In einem Zeitungsartikel stand auch etwas von dem Druck des demographischen Wandels. Seit in Schwedt die Rentnerfraktion wächst und der Anteil der jüngeren Altersgruppe sinkt, ging es mit dem Waldbad wohl stetig bergab. Es wäre jetzt müßig zu diskutieren, was jetzt Ursache und was Wirkung ist. In den Zeitungsartikeln der MOZ klang immer der Verdacht an, das Waldbad wurde bewusst auf Verschleiß gefahren, damit die Entscheidung zugunsten des AquariUMs umso leichter und rational begründeter fällt. Aber diese Aspekte schließen schon an das folgende Kapitel an.

Waldbad und AquariUM gegeneinander ausgespielt?!

Eine aus der Ferne schwer zu beantwortende Frage. Wenn man sich an die spärlichen Informationen aus den Regionalzeitungen hält, könnte man den Eindruck gewinnen, hier wurden Waldbad und AuariUM gezielt gegeneinander ausgespielt. Für beide Einrichtungen stand demnach Sanierungsbedarf an. Bürgermeister Polzehl und Geschäftsführer der TWS Helmut Preuße stellten die Lage so dar, als wenn nur Geld für ein Objekt vorhanden wäre. Schließlich kostet die Unterhaltung beider Bäder um die 1,5 Millionen € im Jahr. Nun, da es sich beim AquariUM um das Hätschelkind der Stadtoberen handelt, war die Wahl nicht weiter überraschend. Die Frage, die man sich hätte stellen müssen, lautet aber nicht “Waldbad oder Aquarium” – sondern eher “weshalb Waldbad oder Aquarium”? Wie haben es die TWS fertig gebracht, der Stadtverordnetenversammlung einzureden, dass beide Objekte so miteinander vergleichbar wären? Das wäre in etwa, als ob man hier in Berlin vor der Wahl “ICC oder Palast der Republik stände”. Die Initiative zur Rettung des Waldbades fasste das so zusammen:

“Ein Schwimmbad kann kein Naherholungsgebiet wie das Waldbad ersetzen, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.” (Quelle: MOZ Artikel vom 23.11.2010)

Der Verlust der Infrastruktur, welche das Waldbad definitiv bot, muss jetzt durch Nachbesserungen am AquariUM kompensiert werden. Auf die Anforderungen eines modernen Freizeitbades ist das AquariUM nicht ausgerichtet und wahrscheinlich deshalb bei den Einwohnern auch nie sonderlich beliebt gewesen. Liegebereiche im Freien, Öffnung des Daches – alles Sachen, die jetzt im Nachhinein realisiert werden müssen. Und ob sich das mit dem Lärmschutz für die Anwohner kostengünstig realisieren lässt, ist eine andere Frage. Aber all das wird der Betreiber sicherlich bis aufs Komma durchgerechnet haben, darum geht es mir auch nicht.

Die Sanierung hätte wohl bis zu 700000 € gekostet, der erweiternde Umbau etwa 2,5 Millionen € (vergl. MOZ Artikel). Das klingt in der Tat erst einmal nach viel Holz – aber so ist das, wenn man sich über Jahre hinweg die nötigen Investitionen spart. Dann kommt es am Ende eben knüppeldick. Den Neubau des AquariUMs hätte man auch mit der Erweiterung des Waldbades kombinieren können. Aber für solche Rechnungen ist es nun zu spät.
Auch das Totschlagargument der Nachfrage und Inanspruchnahme ist hier eher nebensächlich zu betrachten, da die Situation von der Fehlentwicklung beeinflusst ist. Zur abseitigen Lage des Waldbades habe ich schon etwas geschrieben und der fehlende Zuspruch seitens der jüngeren Generation lässt sich einerseits durch die Vergreisung und andererseits durch die Interessensverschiebung bei Jugendlichen erklären. Somit blieb der Eindruck haften, bei den Befürwortern handelt es sich ausschließlich um Rentner, ewig Gestrige und Anwohner, die nun Angst haben, sie leben nun völlig in einer Exklave.
Interessant wäre es auch, der Frage nachzugehen, ob das Waldbad jetzt nicht weitaus besser dastünde, wenn man es nicht all die Jahre auf Verschleiß gefahren hätte. Ideen wie das Bäder-Shuttle gab es ja. Wo man nicht investiert, braucht man sich auch nicht über ausbleibende Besucher zu wundern. Aber dann auf die fehlende Akzeptanz verweisen; das ist schon dermaßen dreist.

Beide Bäder erwirtschaften keinen Gewinn, aber welche kommunale Einrichtung tut das schon? Das ist immer ein Zuschußgeschäft, das streitet wohl keiner ab. Abgesehen vom finanziellen Aspekt ist es auch ein Zeichen. Ein Zeichen, wie man die zukünftige Entwicklung einer Stadt bewertet. Und auch ein Zeugnis dafür, inwiefern man eine Diskussionskultur über die Gestaltung von Stadtleben zulässt. Oder gemeinsame Entscheidungsprozesse befürwortet. Innerhalb der Gemeinde Schwedt war ein Miteinander der verschiedenen Interessensgruppen anscheinend nicht gewollt. Aber zu einem zünftigen Streit gehören auch immer zwei Beteiligte. Wer sich jetzt am wenigstens kompromißbereit erwiesen hat, kann ich nicht beurteilen. Das Tempo, mit dem Bürgermeister Polzehl die Entscheidung in seinem Sinne vorangetrieben hat, spricht eher für die Theorie der ängstlichen Stadtverordnetenversammlung. In Zeiten von Stuttgart 21, Großflughafen BBI oder Endlager Gorleben vielleicht mal ein Denkanstoß für absolutistische Stadtfürsten, ob man mit oder gegen die Bürger gestalten möchte.

Nachdem ich eine Vielzahl von Berichten über das Possenspiel in Schwedt durchgelesen habe, drängt sich mir der Verdacht aus, dass es den Entscheidern nur darum ging, die Schließung so still und leise wie nur möglich über die Bühne zu bringen. Die Einbeziehung der Bürger war so gar nicht vorgesehen, stattdessen war man eher vom Widerstand der eigenen Untertanen überrascht. Die 3000 Unterschriften, welche die Bürgerinitiative gegen die Schließung sammelte, wiegen nicht gerade leicht. Das Zugeständnis einer Beteiligung der Schließungsgegner kam dabei wahrscheinlich mit einem zeitgleichen Bauchweh:

“Wir scheuen auch nicht die öffentliche Diskussion und werden uns in einem Bürgerforum den Fragen der Bürger stellen.” (Quelle: MOZ Artikel vom 25.09.2010)

Denn wozu benötigt man eine öffentliche Diskussionsrunde über ein Vorhaben, das man insgeheim schon beschlossen hat? Nach Außen hin immer beteuern, eine endgültige Entscheidung sei ja noch nicht gefallen und man würde noch nach Konzepten suchen – und wenn es soweit ist, das im Vorfeld beschlossene Ergebnis als unabänderliche Konsequenz des Faktischen darstellen.

Bis dato gingen ja die meisten Projekte der Stadt nach dieser Taktik ohne große Verluste erfolgreich über die Bühne. Ein bischen Widerstand hier, ein paar Einwände dort. Im Grunde aber nichts Zwingendes. Die Untertanen folgten noch immer ihrer SPD Monarchie. So wird es auch hier sein.

Das Monopol der Stadtwerke Schwedt

In dieser Frage sollte man auch einmal die Rolle der Stadtwerke Schwedt kurz erörtern. Das Waldbad wurde seit 1997 von den Technischen Werken Schwedt, einer Tochterfirma des kommunalen Versorgers Stadtwerke Schwedt betrieben. Zu den Technische Werken gehören auch noch das AquariUM (die Waldbad Konkurrenz) und das FilmForUM (das einzige Kino in Schwedt).

Bei den Stadtwerken Schwedt könnte man mittlerweile von einem Monopolisten sprechen. Die Schlüsseltechnologien und Branchen sind in der Hand der Stadtwerke:

  • Energie (Strom, Erdgas, Fernwärme)
  • Telekommunikation (Telefon, Internet, TV)
  • die Einrichtungen der TWS (wie erwähnt Waldbad, AquariUM, FilmforUM)
  • Hafen Schwedt

Wie zu lesen ist, wird nun auch die Energieversorgung sowie der DSl Betrieb in die Fläche ausgedehnt (Stadtwerke übernehmen Stromkonzession).

Ich muss dazu sagen, dass es mir relativ egal ist, wer in Schwedt wen und warum mit Wärme, Strom, Internet und Glotze versorgt. Aber ein wenig verwundert bin ich schon, dass sich in einer der größten Städte des nordöstlichen Brandenburgs in all diesen Bereichen kein anderer Anbieter ernsthaft durchsetzen kann. Die Schwedter selbst sollten sich einmal fragen, ob sie mit diesen Monostrukturen glücklich werden wollen und ob es in der heutigen Zeit ausreichend ist, wenn eine SVV und eine kommunale Firma langfristig die Geschicke und die Entwicklung einer Stadt bestimmen. Aber so wie man seine Pappenheimer dort kennt, reicht es aus, wenn andere für einen (mit)denken.

Ich bin gespannt, ob die verbliebenden Schwedter noch merken werden, das ihnen wieder etwas aus ihrem Traditionsschatz genommen wurde. Spätestens zum Beginn der nächsten Badesaison.

11 Kommentare auf "Schwedt schließt das traditionelle Waldbad"

  1. Sehr guter Artikel und nahezu deckungsgleich mit meinen Ansichten, siehe Webseitenlink.
    Eins ist aber jetzt schon klar – diese Entscheidung werden die Schwedter dem Bürgermeister nicht vergessen. Ist übrigens nicht seine einzige Verfehlung. In den letzten 5 bis 6 Jahren kam nur noch “Müll” aus diesem Hause. Falsche Planungen, häßliche Planungen, unsinnige Planungen. Man verabschiedet sich von allem mit Folgekosten, aber giert ständig nach Fördermitteln. Ein unerträgliches Verhalten, was der Stadt überhaupt nichts einbringt.

  2. Lars Mielke sagt:

    sie schreiben von
    >>Falsche Planungen, häßliche Planungen, unsinnige Planungen

    könnten sie dafür ein, zwei beispiele angeben ?
    leider bin ich in vielen fällen zu sehr aus der materie “schwedt” heraus, ich kann daher nicht jede verfehlung besprechen und dokumentieren (das ist auch gar nicht mein ziel).
    ich kann mich nur daran erinnern, dass der hafen schwedt ein kontrovers diskutiertes thema war, aber die entscheidung dafür lag wohl noch vor der zeit von bürgermeister polzehl.
    fördermitteln sind im prinzip hilfreich und mittlerweile unabdingbar. bei der mehrzahl der projekte geht es nicht mehr ohne. das vorweg.
    eine schlechte entwicklung nimmt es, wenn projekte nur deshalb angestossen werden, um überhaupt fördermittel einzustreichen oder wenn die mittel dann zweckentfremdet werden. dann siegt sozusagen die form über den inhalt.
    zu solchen sachen kann ich aber, schwedt betreffend, nichts sagen – mir fehlen schlichtweg die fakten und die zahlen. für meinen nächsten artikel habe ich mir bspw. den neubau “polderblick” vorgenommen, aber weniger aus einer kosten-nutzen-analyse heraus (ich fürchte, vernünftige daten werde ich da sowieso nicht bekommen).
    schön wäre es, wenn es dazu vor ort selbst eine kritische bürgerschaft gäbe, die solche anliegen nicht nur in bürgersprechstunden oder eingaben vorträgt, sondern auch weiter erreichbar im netz.

  3. Der Hafen ist das kleinere Problem. Aber die Stadt sieht überall gleich aus. Man baute an mehreren Stellen sogenannte Multifunktionsplätze (am ehem. Pikant inkl. Stadtpark, auf dem alten Markt, vor der Schloßparkschule (ehem. OS VI) weil man die über die EU gefördert bekommt. Hinzu kommt, daß es immer ein und derselbe Architekt (inkl. Bollwerk und Platz vor den UBS ist und gleicher Stil und Materialien, von Ausschreibungen über einen architektonischen Wettbewerb kann keine Rede sein). Neuestes Negativbeispiel der neue Hauptweg im Stadtpark (ich mache demnächst Fotos. Der einst idyllische Karlsplatz wurde auch erneuert und damit verhäßlicht (alter Baumbestand gefällt) Der Hugenottenpark ist doch auch nur ein Fördermittelprojekt, niemand im Ort will den so. Das Lindenquartier auf dem Gelände des alten Gaswerkes http://lindenquartier-schwedt.de/ ist viel zu eng bebaut und wieder mit Würfeln befrachtet. Inoffiziell heißt es sogar daß es Unterschreitungen der gesetzlichen Mindesabstände gibt oder gegeben haben soll. Das Haus Polderblick ist genau so ein Kasten, die dortige teure öffentliche Toilette versagte bereits am Brandenburgtag. Wie häßlich die Freilichtbühne hinter den UBS ist, sehen jetzt auch alle anderen Bürger. Wie störend der Bühnenbau erst mit Überdachung der Bühne ( Wieso eigentlich nicht der Plätze ? Ich mache selber seit meinem 4 Lebensjahr Musik?) wirken wird, wird erst jetzt so einigen klar.
    Waldbad und Jugendclub sollen geschlossern werden, aber man plant schon ein neues Rathaus.
    Nur mal so für’s erste meine Ansichten.

    • Lars Mielke sagt:

      okay, dann habe ich damit erstmal ausreichend stichworte, nach denen ich recherchieren kann.
      dass mit den architekten (wenn es denn immer dieselben sind) wäre interessant nachzuprüfen. also, inwieweit dort wirklich wettbewerbe in form von ausschreibungen gemacht wurden. trifft es denn zu, dass der architekt des polderblickes (von dem ich ganz und gar entgeistert bin) derselbe ist, der vor über 30 jahren die waldbadsiedlung mitkonzipierte? oder ist das nur eine zufällige namensgleichheit?
      ansonsten sollte man wohl die bauprojekte getrennt betrachten. was bei dem einen ärgerlich ist, kann bei dem anderen ganz gut funktionieren. generell bin ich ja für die aufwertung von innenstädten, statt den zuwachs von eigenheimen am stadtrand zu fördern. aber wenn ich da schon wieder so einige sätze in dem link zum lindenquartier (den sie mir gegeben haben) lese …. ui ui ui, da verleihern sich mir schon wieder die augen. mal davon abgesehen, gibt es in schwedt eine ausgeprägte terrassen- bzw. loggia abneigung/allergie? warum wird gerade da so gekleckert? habe ich mich schon beim polderblick kasten gefragt …
      bei einer 3raum wohnung einen balkon von schlappen 7,5 qm – das ist doch wohl nicht ernst gemeint? wo ist denn da die phantasie abgeblieben?
      aber na gut, es werden schon leute einziehen. nur, bei anderen innenstadt-neubebauungen kenne ich es so, dass sich die investoren (im falle mieteigentums, weniger bei mietern) zumindest beim wohnungszuschnitt mit ihren eigenen ideen einbringen können. ob es dann noch zu solchen grundrissen aus der hochzeit des plattenbaus kommen würde?!

  4. Der Architekt des Hauses war schon in Schwedt tätig, das ist richtig. Der des Hauses ist aber nicht der von mir angesprochene “Landschaftsarchitekt” Buck, der alle Plätze gestaltet hat.

  5. eure nette Lehrerin sagt:

    Hallo, ihr Lieben. Seid ganz, ganz herzlich von mir gegrüßt. Ich habe euren Gedankenaustausch soeben entdeckt und finde diese Fügung einfach nur bezaubernd. Soviel für den Augenblick. Es ist wundervoll, Menschen wie euch zu kennen.

  6. Schwedt-Insider sagt:

    Interessant hier etwas zu lesen, das nicht nur mich beschäftigt. Ich wundere mich schon längere Zeit, dass niemand (oder fast) den Schneid aufbringt, zu den derzeitigen “Verhältnissen” in Schwedt an die Öffent-lichkeit zu gehen. Das sollte und kann sachlich und mit konkreten Beispielen unterlegt sein. Ich lebe und arbeite viele Jahre in dieser Stadt und habe mir mein Urteil gebildet. Schlimm ist die Entwicklung der letzten Jahre unter BM J.Polzehl. Bürgerbeteiligung? Ehrlichkeit? Transparenz? —sind wohl Fremdworte. Es hat sich eine besorgniserregende Masse von Personen/Verantwortungsträgern entwickelt. Alle kennen sich über Jahre und wissen voneinander. Wohnbauten-GmbH, Technische Werke, Uckermärkische Bühnen, Stadtsparkasse, Märkische Oderzeitung, Stadtverwaltung. Schaut mal hinter die Kulissen, wer in welcher “Firma” welche Funktion hat! Bitte nicht die Tochtergesellschaften vergessen.
    Und was dabei herauskommt — wurde oben schon ansatzweise diskutiert!

    • Lars Mielke sagt:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar,mysteriöser Schwedt-Insider.
      Für die Zustände, die in dieser Stadt herrschen, könnte man spekulierend wohl so einige Erklärungen heranziehen – warum die kritische Öffentlichkeit (mit wenigen Ausnahmen) fehlt, bin ich ehrlich gesagt überfragt. Ich fürchte, es hat viel mit der bunten Mischung in Schwedt zu tun, die sich durch die großen Zuzugsströme in den 60er und 1970er Jahren gebildet hat. Es wird wohl nur ganz wenig Leute geben, die bereits in 2. oder gar 3. Generation in SDT leben und denen somit das Wohlergehen der Stadt am Herzen liegt.

  7. Schwedt-Insiderin sagt:

    …und der ganz normale Wahnsinn in dieser Stadt trägt Früchte…jeden Tag neu…meiner Meinzng nach keine Absolutisten, die hier an der Macht sind…nein, diktatorische Opportunisten, um es gelinde auszudrücken…da werden junge Erbauer zwangsweise umgesiedelt, gewöhnen sich an den Gedanken, Großes vollbringen zu dürfen und glauben Ende der Siebziger an ihre Heldentaten…in den Achtzigern geht es bereits bergab in der sozialistischen Vorzeigemetropole…dann die Wende…für viele “Junge Erbauer” ein Trauma…das zweite Mal sollen Sie in Visionen denken, die nicht ihre eigenen sind…dagegen muss man etwas tun…und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf…ich kann es an mehreren Beispielen erörtern, nur möchte ich mir dazu noch die Zeit nehmen, die eine fundierte Analyse fordert…in dieser Stadt geht es um mehr als bloße Machtspielchen…in dieser Stadt grassiert ein Virus, dessen Wirkunsmechanismus allgegenwärtig ist…ob es jemals einen Wirkstoff dagegen geben wird, ich kann es nicht einschätzen…Viren mutierenschnel, ihrer Resistenz läuft der Mensch mitunter erfolglos hinterher…

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